Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2969669-2969933-2969935--2801-2976478- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19 erst zu lesen, was natürlich eine große Konfusion in seinem Kopfe hervorbrachte. Nebenbei war er Liebessekretär, d. h. er schrieb für Geld Liebesbriefe, die je nach dem Grade ihrer Wärme von 10 bis 50 Kreuzer kosteten. Diese seine Thätigkeit verwandte er auch zu Gunsten von Gütel Wohlfahrt, der Köchin seines Ideals, der schönen Frau Zoö Barkani reets Sarah Lämmel und zwar mit bestem zu Gütels Heirath mit ihrem Mendel Sucher in Gyvngyös führendem Erfolg. Wir hoffen noch öfter die Freude zu haben, den genialen Dichter in unserer Mitte begrüßen zu können. — Nach Prag wurde Herr Dr. Gabriel Ghrenfeld als Oberrabbiner berufest. — Nach der letzten Volkszählung leben in Siihmen 89,589 jüdische Seelen, davon in Prag 21,169. - In Prag starb am 28. Oktober Herr David Zapper, ein wegen seines gemeinnützigen Wirkens inallen Kreisen hochgeschätzter Mann. — In Wien starb der durch seine Wohlthätigkeit bekannte Herr Moses v. Hallir. Herr Prediger Dr. Jellineb schilderte am Grabe sein edles Wirken. — Am 10. November wurde in Ludapelt eine Marmorbüste der durch ihre hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Philantropie bekannten Frau Johanna Dischitz enthüllt. Die Festrede hielt Herr Bischof Karl Saas; in vollem Ornate. — Am 17. November wurde das Hospital der israelitischen Gemeinde in Kudapest in feierlicher Weise seiner Bestimmung übergeben. — In Wien ging es bei den jüngsten Wahlen in den Vorstand der jüdischen Gemeinde sehr stürmisch zu. Es war eine noch nie dagewesene Beteiligung wahrzunehmen. — Aus Kattonya schreibt uns Herr Oberlehrer I. Spitzer: Der geachtete und gelehrte Rabbiner Dr. S. Ujhelyer status-quo Gemeinde Herr Leopold Keermann wurde, als er ahnungslos auf der Straße dahinging von drei betrunkenen antisemitischen Komitatsbeamten thätlich insultirt. Dev Gemeindevorstand machte deshalb Vorstellung beim Obergespan, der die Strafuntersuchung sofort gegen diese Buben einleitete und Satisfaktion versprach. — Kaiser Franz Josef ernannte den Budapester Advokaten und Reichstagsabgeordneten Herr Dr. Armin Jttuntann zum ordentl. Professor an der jur. Fakultät der Budapester Universität." Es scheint mit dem neuen Cultnsminister Gsüky ein liberaler Geist ins Ministerium eingetrete» zu sein, da unter Trefort kein Jude zum ordentlichen Professor ernannt wurde. — Der Obercantor der Budapester Gemeinde, der verdienstvolle Herr Wor. Friedmann, tritt in den Ruhestand; an seiner Stelle wird das tüchtige Opernhausmitglied Herr Adolf Key, der schon die hohen Feiertage fungirte, mit dem jährl. Gehalt von 10,000" fl. acceptirt. — Der Preßburger Gerichtshof verurtheilte den Magyarfalvaer Rabbiner Winter zu halbjährigem Arrest, weil er ein Brautpaar ohne dreimaliges Aufgebot traute. Die geschlossene Ehe erklärte derselbe für ungültig, der verurtheilte Rabbiner appellirte. — Herr Mar Kettelheim, Großhändler in Budapest, spendete für den Kultustempel seiner Geburtsstadt Galgor; einen auf 600 fl. geschätzten, mit Goldstickerei verzierten Vorhang für die heil. Lade. Die Herren Gebrüder Ignötz und Samuel Ses;ler/Edelsteinhändler in Paris, Kinder benannter Stadt, schenkten für die Volksschule zu Galgocz eine wertvolle Collektion von Edelsteinen. — Die Groß- Becskereker israel. Gemeinde feierte am 20. Oktober das 40jährige Jubiläum ihres verdienstvollen Lehrers Herrn David Feldheim. Im Festsaale der Kultusgemeinde versammelte sich die ganze Intelligenz der Stadt. Die Festrede hielt Herr Oberrabbi Dr. Mor. Klein, hierauf sprach Kons.-Rat Schulinspektor Steinbach. Der Präses der Gemeinde übergab dem Jubilar ein Ehrengeschenk von 50 St. Dukaten und 1000 fl. in Gold-Rente. Das letztere ist das Geschenk seiner einstigen Schüler. Gerührt dankte der Gefeierte auf alle Reden. Abends 2*