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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-01-01 · Heft 1 (1.1.1890) · p. Seite 14

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 1 (1.1.1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 och pfehtung, die n ja, die in der nur eine durch quellen die Sch' Gedanken selbst, und der Gedanke Ende, Erstes u er ist die Wahrh Denken und wirklicht, geeiniät in höchster Voll! ken zu denken u Teilnahme beru Möchten des tiefen Denker an eine Versöhnung von Religion und Philosophie glauben, Religion nur eine geläuterte Philosophie und in der Philosophie Vernunftgründe gestützte Religion sehen. Warm und überzeugend ljußsätze von des' Denkkünstlers Lippen: „Im Prinzip aber, im war der Gottesgedanke das Erste, welches dein Weltgedanken nwelt zu Grunde liegt. Dieser Gottesgedanke ist Anfang und Letztes. Alles geht daraus hervor, Alles geht dahin zurück; eit, deren Wirklichkeit die Welt bedeutet. Hier begegnen sich t, Subjektives und Objektives, Reales und Ideales, getreu ver- und gereinigt in ewigem Beisammensein ohne Lssid und Neid ommenheit und Seligkeit. Und wer den ewigen Gottesgedanid zu fassen im Stande ist, in ihm lebt und wirkt, der ist zur en an dieser Vollkommenheit und Seligkeit." Alle, die den Gottesgedanken verloren haben, ihn an der Hand es Rülf wiederfinden! Etwas über die Juden im Wen. Die Jijlden im Oste» sind vielfach von Wahn-, Aberglauben und Fanatismus erfüllt u»d herrscht unter ihnen zuineist eine äußerst drückende Armut. Viele nähren sich die ganze Woche hindurch vdn trockenem Brot und Mamaliga (Maisbrei) und. begnügen sich mit einem bedeckten Tische zur Ehre Gottes am Sabbath. Es lassen sich unter den Juden des Ostens drei Richtungen unterscheiden : Chassipim, Mithnagdim und Epicursim. Die Ehassidim find ein Erzeugniß der Kahbalah, der jüdischen Geheimlehre. Die Mithnagdim bilden die Mittelpartei, sie haben sich vielfach von den jüdischen Sitten und Bräuchen emancipiert und glauben nicht an den Wunderrabbi, den Mittler zwischen Gott und dem Menschen. Die Epicorsii» sind dem jüdischen Glauben entfremdet und preisen die Hmnaninaet als die Religion der Zukunft. Der Glaube an den Zaddik und Wunderrabbi ist bei den Ehassidim ein unerschütterlicher/ Die angesehensten sind der Sadagoraer und Belzer Zaddik nach denen sich die Ehassidim in zwei feindliche Lager teilen. Der Zaddik, dessen Würde in der Familie erblich ist, ist'„ach dem Glauben seiner Anhänger der Mittler zwischen Gott und dem Menschen, ja noch mehr, das Geschick der Gläubigen liegt in seiner Hand, weil Gott sich d irch ihn bestimmen läßt. Unumstößlicher als die heilige Schrift ist ihnen der Glaubenssatz: „Gott bestimmt etwas, aber der Zaddik macht es zu Nichte; der Zaddik bestimmt etwas und Gott muß es bestätigen". Die Anhänger strömen schaare iweise zu dem Zaddik, um ihm ihre Wünsche vorzutragen, oft mit Aufwand ihrer letzten Habe. Die Wünsche werden dem Zaddik meist auf Zetteln eingereicht, welche von. dem Rabbi nur gelesen werde». Der Preis für eine' Audienz ist für viele unerschwinglich» Nur am Sabbath kann mau den Rabbi unentgeltlich felieit, da an diesem Tage die Ehassidim Gäste des Rabbi bei dem Male sind. Der Rabbi sitzt bei demselben obenan und läßt sich das Mahl und den Wein mun!>en, die übrigen, etwa 200, an der Zahl, welche dicht gedrängt im engen Rauine stehen, haben das Zusehen. Nur um die Reste des Mahls (Schirajim) entsteht ein Drängen und Stoßen, wobei Manches schöne Sabbathkleid zerrissen wird und der Glückliche, dem es gelingt, etwas zu erhaschen, sei

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