Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-11-01 · Heft 11 (1.11.1886) · p. Seite 253

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 11 (1.11.1886)
Date
1886-11-01
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969919-2969931--1802-2976416
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

f! i j 1 253 reich. 7) Zunächst durch seinen reichen Schwiegervater Kalba Sebua, der ihm seine unermeßlichen Reichtümer übermachte. Ferner durch einen Fund eines Schiffswidders, der mit Goldmünzen gefüllt am Meeresstrand vergessen wurde. Einst gab er den Schiffern 4 Gulden, ihm aüs der- Ferne eine Seltenheit dafür zu bringen. Bei ihrer Rückkehr übergaben sie ihm ein Kästchen, das sie gefunden hatten. Es war eine reich gefüllte Schiffskasse, in welche alle Wertgegenstände des Schiffes, welches gescheitert war, zuvor hineingelegt wurden. Einmal brauchte man Geld zu einem heiligen Zwecke. Rabbi Akiba übernahm es, von einer römischen Matrone es zu borgen. Diese lieh es auch und erklärte: Gott und Meer seien Bürgen dafür, daß die Zahlung auch zur rechten Zeit geleistet werde. Als die Frist zu Ende war, befand sich R.'Akiba auf dem Krankenlager und konnte nicht bezahlen. Die Matrone ging nun an die Meeresküste, die vor ihrem Hause sich befand und rief: Herr deü Welt, du weißt es wohl, daß R.^ Akiba heute krank ist und eben darum seinen Verlichtungen nicht Nachkommen kann. Siehe also, da du Bürge bist, daß ich jzu meinem Gelde komme. Alsbald warf das Meer ein Kästchen gefüllt mit Gold und Edelsteinen, das eine wahnsinnige Kaiserstochter ins Meer geworfen hatte, aus, und sie nahm es als Bezahlung ihrer Schuld. Nach einiger Zeit wurde R. Akiba gesund und begab sich sofort zu jener Matrone, um das Darlehen zu erstatten. Die Matrone verweigerte nicht nur die Annahme, weil der Bürge bezahtt hatte, sondern erstattete noch den Rest, der die geliehene Summe noch überstieg, und welcher ihm einen schönen Reichtum brachte. Die Frau des Turnus Rufus, die R. Akiba aus seinen Gesprächen mit ihrem Manne kennen und achten gelernt hatte, bekehrte sich nach dem Tode ihres Gatten und ward die Frau R- Akiba's dem sie große Reichtümer mitbrachte. Endlich erwarb R. Akiba große Peichtümer durch die Erbschaft Ketta bar Salom's, der ihm und seinen Genoffen sein ganzes Vermögen vererbte, -nachdem er wegen seiner Fürsprache für die Juden den Tod erleiden mußtet) Auch R. Gamda's Reichtum wird besprochen. Er übergab einst den Schiffern 4 Gulden, ihm etwas aus der Ferne zu bringen. Sie brachten ihm einen Affen. Dieser entschlüpfte ihm und nahm in einer Höhle seinen Aufenthalt. Er ließ ihn aufsuchen, und man fand ihn auf Edelsteinen sitzen. Diese mit dem Affen wurden ihm zurückgebracht, und er ward dadurch reicht) Gerühmt wird ferner der Reichtum R. Taryphon's,4) der Elasar ben Charsom's, welcher durch Erbschaft von seinem Vater tausend Landgüter und tausend Schiffe auf dem Meere besaß und: trotzdem in der bescheidensten, anspruchlosesten Weise seinem Studium der Gotteslehre lebte-R. Eleasar ben Asaria wurde wegen seines Reichtums als Patriarch an die Stelle des abgesetzten R. Gamliel's gewählt, weil er durch sein Ansehen und durch seine Hilfs- 4 mittel leicht beim römischen Hofe, wenn es die jüdischen Interessen erheischen sollten, Einfluß gewinnen könnte.®) R. Abahu war sehr reich, hatte elfenbeinerne Sitze in seinem Hause und stand beim römischen Hofe in hohem Ansehen.7) R. Chasda ward wegen seines Reichtums sprichwörtlich, sogar seine Hunde wurden ' mit Weizenbrod gefüttert.s) R. Huna besaß solchen Reichtum, daß er für die Schüler in der Lehrversammlung vergoldete Stühle gab.9) Sogar von Moses Reichtum spricht! die Ueberlieferung. Als Quelle wird zunächst der Abfall von den behauenen Gesetzestafeln und ein Steinbruch von >) Redar. 50. J) Abodah Sara 10 b. ») Redarrim 50b. <) Ebend. 62. 5) 3omo35b. *) Berach, 27b. 7) Sabb. 119; Ketubot 17 ». Chagiga 17. 8) Mord 28. Bechor. 31,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.