Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1886)
- Date
- 1886-11-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Simlai 1× ep/1007159
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worfen. Alexander wollte ihn abwägen, doch alles Gold und Silber, das er in hie Wagschale legte, war leichter als der Schädel. Die Gelehrten seiner Umgebung nach der Ursache gefragt, antworteten: In dem Schädel ist das Auge von Fleisch und Blut, das niemals satt wird, ftrcue ein wenig Erde darauf und er wird leichter werden. Alexander that es und der Schädel stieg in die Höhe'). Alexander kam hinter den Bergen der Finsternis in ein Land, dessen Gesetze er kennen lernen wollte. Es brachten gerade zwei Männer einen Rechtsstreit vor den König. Der eine erklärte: Er habe von dem andern einen Bauplatz gekauft und bei dem Wegräumen des Schuttes einen Schatz gefunden. Diesen wolle er dem Verkäufer zurückgeben, da er den Platz und nicht den Schatz gekauft habe. Der Verkäufer hingegen erklärte, er habe den Platz und alles was dazu gehört verkauft. Da sprach der Beherrscher des Landes zu dein einen: Hast du einen ledigen Sohn? Ja, antwortete der Mann. Hast du eine ledige Tochter? fragte er den andern. Ja, antwortete der andere. So verheirathet die Kinder mit einander und gebet ihnen den Schatz als Heiratsgut, entschied der König. Alexander gab sein Erstaunen über diesen Richterspruch zu erkennen. Habe ich etwa nicht richtiges Urteil gefällt? Wie würde man in solchem Falle bei euch entscheiden? fragte der König- Man ließe, versetzte Alexander, die beiden Männer hinrichten, weil sie nicht allsogleich dem Könige den Schatz ausgeliefert haben, und der König würde den Schatz für sich in Anspruch nehmen. Regnet es bei euch? fragte der König. Ja. Scheint bei euch die Sonne? Gewiß. Habet ihr auch Vieh auf den Weiden? Allerdings. Dann geschieht es wohl nur um des Viehes willen, vesetzte der König, ihr würdet es nicht verdienen.2) Nach R Simlai's Darstellung läßt Gott der Herr einst alle Völker vor sich komnien, damit sie ihre Verdienste geltend machen. Roni, allen voran begehrt den Preis und gefragt nach der Berechtigung seiner Forderung erklärt es unter andern: Gar unermeßliche Schätze und Reichtümer an Gold und Silber brachten wir zusammen. Rom, das von den Reichtümern, die Gott auf die Erde gesandt, ^/io sich zu eigen gemacht^), erhält nicht den Preis, denn Gott erklärt, daß das Sammeln von Schätzen nicht zu jenen Verdiensten gehöre, die die Gotteslehre als unsterblich anerkenne.4 5) Die Thatsachen bestätigen die Ansicht, daß der Reichtum zu jenen Erscheinungen des. Lebens gezählt werden kann, welche durch Uebermaß schädlich wirken, im richtigen Verhältnis aber heilvoll sich zeigen^). Denn wäre es nur um der Menschenwillen, so sollte Gold und Geld gar nicht geschaffen werden, sie wurden nur in der Schöpfung zu guten Zwecken eingeführt, so das Gold, um ein Schmuck dem Tempel zu seines. So wird erzählt:') Salomo pflanzte alle Arten.Fruchtbäume von Gold iin Tempel, und diese reiften zu gleicher Zeit mit denselben Fruchtbäuinen außerhalb des Tempels die goldenen Früchte,! welche den Priestern als reicher Gewinn abfielen, doch als König Menasse das Götzenbild im Tempel aufstellte, verdorrten die Bäume und trugen keine Früchte mehr. Das Geld wurde nur darum geschaffen, damit die Armen, welche keinen Grundbesitz haben, sich ernähren können.8) Wird also von dem Reichtum der rechte Gebrauch gemacht, so ist er nicht absolut zu verwerfen. Es wird, darum berichtet: Von sechs Dingen wurde R. Akiba *) Tamid 32b. *) Talm. Ierus. B. M. Ab. 2. 3) Kidusch. 49 b. l) Aboda Sara 2. 5) Gittin 70. 6) Midr. Gen. r. c. 16. 7) Ioma 39b u. 21b u. M. Tanchuma Abjchn. Te. ruma. Pesach 54 b. ibv' -f nriifiWi •nür''-mf'inflrt:iJ