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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-11-01 · Heft 11 (1.11.1886) · p. Seite 248

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 11 (1.11.1886)
Date
1886-11-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 dem Wunsche des Ver Historikers die besseren Schüler und Schülerinnen in Frankfurt und Freunde des vielbekannten Historikers auswärts dieses äußerst interessante Buch sich anschaffen. Gerne schließen wir “ ‘' “ assers uns an, man möge zu Ehren des abgeschiedenen und gediegeneren seiner volksbildenden Schriften in neuer Form und Ausgabe weiteren Kreisen zugänglich machen. Liktt». Bon Adolf Waldauer. Obschon die Zauberei nach ihrem Wesen und ihrer Erscheinung eine Utopie, ein Nichts ist, dem in der Welt des Wirklichen kein greifbares Etwas entspricht, so hat doch seit so vielen Jahrhunderten schon die Menschheit sich um so viele Nichtse gekümmert, das auch der Gegenstand unserer Betrachtung zum wenigsten in diesem Reich der träume als ein bedeutungsvollesxEtwas erscheinen mag. Aber die Zauberei ist andererseits auch ein äußerst lehrreiches Kapitel in der Geschichte der menschlichen Tyorheiten, und zwar ein Kapitel, welches ebensowohl eine tragische wie eine komische Seite Zrarbietet. Bon den alten'Hebräern dürfenwir jedoch rühmen, daß sie zu diesem Kapitel nur einen sehr geringen Beitrag geliefert haben. Das ist wenigstens das Urteil eines auf dem Gebiet« des Zauberwesens berufenen Mannes, W. G. Soldan, der in seiner „Geschichi e der Hexenprozesse" (neu bearbeitet von H. Heppe 2 Bde. Stuttg. 1880. Bd. I S. 26) folgendes sagt: „Der abergläubische Schrecken, die grausige Furcht vor de c überall drohenden, unheimlichen Macht der Dämonen und deren Diener, der Za rberer, ist zu allen Zeiten das Erbteil aller Völker des Heidentums gewesen. Inter diesem Fluche des Dämonismus lag die ganze antike Welt gebannt, der die stoische und epikureische, überhaupt die philosophische Weltanschauung keine Erlösung von diesem Fluche bringen konnte. Nur ein Volk des Altertums finden wir von demselben befreit — das Volk, welches sich Gott erwählt hatte, um in jh m seine Heilsratsschlusse zur Ausführung zu bringen — das Volk der Hebräer." Gleichwohl ist die Ausbeute an Zauberei und Magie im alten Israel nicht so ganz gering; kenn was nicht im Volke lag, wurde von außen in dasselbe hineingetragen. Grenzte doch Palästina auf der einen Seite an Ägypten, vor dessen vielfachen Zaub«reien schon Moses unablässig warnt, auf der anderen an Babylon, welches von jeher als Ursitz aller magischen und astrologischen Künste bekannt war. > Bestand nun einerseits in dem Westlande die Zauberei vorwiegend in dem Wahrsagen aus dem Becher, der Verwandlung von Stäben in Schlangen, von Wasser in Blut, so war dagegen in Babylon neben dem Sterndeuten die Beschwörung, Traumausl:gung und vor allem der Gespensterglaube heimisch. Diesen beiden Ländern also verdankte Israel alle Zauberkünste, die überhaupt bei ihm Eingang fanden. Über dieselben haben wir in der Bibel nur j wenig Zeugnisse. I. Hamburger hat sie in seiner „Realencyklopädie für Bibel j und Talmud" gesammelt und nach dem letzteren sieben Arten der nach 3 Mose! 19, 26 verbotenen Zavberei zusammengestellt, von denen für die biblische Zeit als die hervorragendsten Traumorakel, Todtenbeschwörung und Besprechung durch Zauberformeln erscheiwn.

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