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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-10-01 · Heft 10 (1.10.1886) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 10 (1.10.1886)
Date
1886-10-01
Page
Seite 234 (sequence 18)
Language
German
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— 234 - in Baden" ist erschienen. Das Vereinsvermögen ist bis zu 4535.95 Mk. angewachsen. Die Einnahmen betrugen 2352.82 M-, dieGesammtausgaben 2322.87 M. Als Geschenke liefen 442.80 M. ein und auch ein Legat der Frau Sarah Schloß in Mannheim mit 150 M. ist zu verzeichnen. Bis jetzt ist nur ungefähr Ser dritte Teil der Lehrer und Kantoren des Landes beigetreten. Hoffen wir, daß das nächste Jahr einen Zuwachs auch nach dieser Seite zu verzeichnen haben wird. — Der Verwaltungsbericht des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig für das Jahr 1885 ist erschienen. Die Gemeinde zählte am Ende des Jahres 885 steuerpflichtige Mitglieder. Unter V. Friedhof- und Beerdigungswesen heißt es S. 8 „Die Bestattung nichtjüdischer Leichen auf hiesigem jüdischeu Friedhofe ist unter den Bedingungen gestattet, welche im Allgemeinen bei Beerdigungen von jüdischen Leichen gelten. Die Ausgaben der Gemeinde, 41965.82 Mk. wurden durch gleiche Einnahmen gedeckt. Ueber die Thätigkeit von 22 segensreichen Stiftungen wird zum Schluffe berichtet. — Der Antisemit und frühere Stadtverordnete Herr Pickenbach in Berlin ist wegen Verweigerung eines Reinigungseides in Haft genominen worden. — Die „Mecklenburg-Strelitzsche kirchliche Konferenz" hat beschlossen, der Regierung de» Dank dafür auszusprechen, daß in Mrcklenburg-Htrelih bisher noch kein Jude zum Richteramt befördert worden sei. — In fUüu wurden zwei Bauern zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, welche überwiesen wurde», zwei tote Körper von Juden ausgegraben und in kleine Stücke, zerschnitten zu haben. Sie gaben an, niit den toten Händen hätten sie Kranke heilen wollen. Wenn zwei Juden so was an Christen begangen hätten, wäre wohl die ganze Welt in Allarm gebracht worden! — In Berlin stand unter der Anklage der Unterschlagung der Prediger und Religionslehrer der jüdischen Gemeinde Hermann Hirsch Soberski und wurde verurteilt. Die „Reform" in Dresden bemerkt hiezu: Ein netter Prediger und Religionslehrer! Wir haben dem hinzuzufügen, daß man doch in den jüdischen Gemeinden in Deutschland sich dagegen ernstlich verwahren sollte, daß jedes aus Polen zugereiste Individuum den Rabbinerstand und das Judentum schände. — Das „deutsche Adelsblatt" bringt unter dem Titel „der deutsche Edelmann und das geadelte Judentum" einen gegen die adeligen Semiten gerichteter! Artikel. Ob das wohl auch zur adeligen Gesinnung gehört? Die Adeligen in Israel aber sollten sich endlich veranlaßt sehe», nicht erst dann, wenn sie angegriffen werden, zu merken, daß sie überhaupt noch dem Judentum angehörcn. — Der Direktor der Berliner Akademie sammlung der Lehr bildenden Künste am der Künste, Herr Anton v. Werner, richtete in der Berber und Studirenden der königlichen Hochschule für die 15. Juli aus Anlaß einiger Vorgänge antisemitischen Hintergrundes eine ernste Verwarnung gegen einzelne Studirende und erklärte, daß im Falle der Wiederholung derartiger Vorkommnisse die Betreffenden von der Anstalt, die mit solchen Dingen nichts zu thun habe, verwiesen werden würden. — „Ueber die Zukunft Israels" hielt am 29. Juli Herr stud. phil. Alhert Hatz aus Berlin in Hamburg vor einem zahlreichen Hörerkreis einen Vortrag, der vor allem dazu dienen sollte, den Bestrebungen eines Vereines welcher die Kolonisation und Wiedererwerbmm Palästina s durch die Juden verfolgt, auch in weiterem Kreise Beachtung zu verschaffen. Der Vortragende führte aus, wie alle Propheten übereinstimmend als Ziel aller Bestrebungen des jüdischen Volkes stets die Wahrung der Selbstständigkeit hingestellt haben. Diese Selbstständigkeit sei notwendig gewesen, damit das Volk seine nächste Aufgabe, den Einheitsglauben zu verbreiten, habe erfüllen können. Kein Land aber sei für die Elffüllung dieser düü tüa» ä

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