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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-10-01 · Heft 10 (1.10.1886) · p. Seite 231

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 10 (1.10.1886)
Date
1886-10-01
Page
Seite 231 (sequence 15)
Language
German
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— 231 — sogar in Erforschung des Sinnes der heiligen Schrift und der Schwierigkeiten, die dort uns begegnen, sich tüchtig, vernünftig, scharffinnig und fleißig gezeigt haben, so daß sie nicht mit Unrecht die besten unter den Auslegern genannt werden können." Theodor Hackspan. („Liber Nizachon“, Nürberg 1644.) Hackspan, der sich nicht viel von Eisenmenger unterscheidet in seiner Gesinnung gegen den Talmud, muß zugeben, daß viel des Hasses auf Unverstand und Unkenntnis zurückzuführen ist. In seinem dokt angefügten ex multiplici Tractatus Cp. II S. 341 führt er aus Philipp Melanchthon in krass. Folgendes an: Mit einer großen Gabe glaubte ich mich — so sagte er — von Osiander und Capito beschenkt, da sie jenen alten Brauch, der uns ganz unbekannt war, auseinandersetzten. Sie sagten nämlich, wenn einmal die alten Juden, als das israel. Staatsleben noch blühte, einen benachbarten heidnischen Staat eroberten oder ein Bündni^mit ihnen schlossen, so pflegten sie den Besiegten nicht das mosaische Gesetz aufzulegen, sondern nahmen unter die Friedensbedingungen oder als Vertragsartikel nur auf. daß sie die Götzenbilder zerstören und den einen und wahren Gott, den' Schöpfer der Dinge, welcher sich in dem an das Volk Israel gegebenen Wort offenbart hat, verehren sollten. Ferner weil die Heiden die Unzucht nicht zu verbieten pflegten und ihrer ausschweifenden Lust gar zu sehr die Zügel schießen ließen, wurde hinzugefügt, daß sie die Unzucht verbieten müßten. Es wurden auch die übrigen Punkte hinzugefügt, welche in dem apostolischen Satz Act. 15, 29 hergerechnet werden, daß sie keine Dinge, die einem Götzenbild geopfert würden, und nicht Blut und Ersticktes essen sollten. Auch die alten Staatslenker des jüdischen Volkes haben also eingesehen, daß die mosaischen Zeremonieen nur auf ihren Staat sich beziehen und daher nicht zur Gerechtigkeit gehören. Die Verheißung des wahren Heils beziehe sich auch auf die Völker und diese finden dann bei Gott Wohlgefallen und sind gerecht, wenn sie den wahren Gott anerkennen und anrufen u. s. w. S. 347 ff. „Hierher gehört was die berühmtesten und gelehrtesten Männer Reuchlin, Galatin, Buxtorf, Schickard sagen, daß die alten Talmudisten die Dinge zu Räthsel wolverwahrt eingehüllt haben, welche den weniger Einsichtigen dumm und absurd scheinen, ja sogar falsch, genau so wie jenem Sclaven, der nicht weiß, daß dem Weizen etwas beigemischt gewesen, was zu seiner Aufbewahrung nützen kann. „Dieser wird" — sagt Buxtorf — „bei den Unkundigen sowol den jetzigen Juden wie Christen, welche die Weise der Alten zu theologisieren und zu philosophieren nicht kennen, als Possen und Gotteslästerungen ausgelegt; weil unverstanden, wird es lieber ohne Urteil verdammt, als daß es mit Urteil gelesen und erwogen wird." „Hierzu tritt noch, daß^ber talmudische Text zuweilen ganz falsch erklärt wird, wie dies in einein bekannten Fall dem Vires und Tanner und Anderen mehr passiret ist." Christianus Gerson von Recklichhausen, des jüdischen Talmuds fürnehmster Inhalt und Widerleger. Zum 7. Mal aufgelegt Leipzig 1722. Aus her Vorrede: „Etliche wollen sie (die Juden) ihrer Jrrtümer aus ihren eigenen jüdischen ifti mm üüri

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