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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-10-01 · Heft 10 (1.10.1886) · p. Seite 230

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 10 (1.10.1886)
Date
1886-10-01
Page
Seite 230 (sequence 14)
Language
German
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I — 230 — stakt aller Zeiten annimmt"') so gilt es, hier immer auf seiner Hut zu sein und gerüstet zu bleiben.!Die Geisteshelden, welche berufen sind, in dem abwehrenden Kampfe für die Wahrheit einzustehen, werden sich auch immer der Waffen bedienen müssen, welch>: die Wissenschaft ihrer Zeit bietet und reicht. Und so wird es den Verteidigern des jüdischen Schrifttums in dem Geschlechte, das wir heranbilden, zukommen, dim Zuge der Geschichtsforschung folgend, welche unser Jahrhundert auszeichnet, ernst und tief in den Geist der alten Schriften einzudringen, und die Moral, welche das Judentum in den verschiedenen Epochen seiner Entwickelung lehrte und! übte, zu würdigen. Selbstbewußt und freudig werden sie dann auch auf dasj Bild des ethischen Lebens hindeuten können, auf welches die Schriften der Gaonen uns haben blicken lassen. Kirchenväter und christliche Gelehrte üver Hatumdisten und den Hakmud. Bon A. Föwit. Johantt Mayer!)>-. der Theologie und Prof, der israelitischen Sprachen, Übersetzer mehrer jüdischer Chroniken sagt (Oe «mporib. saer. et fest, dieb. Oebr. 1714 in praef.): Möchte es niemand auffallen, daß ich in beiden Theilen dieses Werkes die Juden und ihre Schriften häufig zu Rate zog. Denn die Kenntnis der Zeiten, die von den Hebräern ausgegangen, ist der aller anderen Völker als die bestimmtere und genauere vorzuziehen und als solch eine, die, da sie sich nicht nur auf Vernunft, sondern auch auf die göttlichen Einrichtungen stützt, Glauben verdient. Nicht übel urteilt daher Joseph Scaliger (de decimis), daß die Träumerei derer, die über die mosaischen Gesetze geschrieben, hauptsächlich daher riihrt, daß sie die jüdischen Ausleger des alten Rechtes nicht zu Rate gezogen. Auch Johann Morinus *i erzählt und rechnet aus den Büchern des heiligen Hieronymus, wie piel und welcher Rabbinen dieser zu Lehrern der hebr. Sprache, als auch zu Gehilfen seiner Studien überhaupt sich bedient. . . . Sebastian Münster, Paulus Fagius, Fr. Vatablus, Johann Drusius, Christ. Cartwigth und Andere haben bereits gezeigt und dargethan, wie viel den Büchern des Alten! und Neuen Testamentes aus den Schriften der Juden und der Rabbinen Licht zufließe. ' i Christ. Cartwigth (praefat. in Exod.) sagt: „Wahrlich unter den Hebräern giebt es Männer, die außerdem, was sie durch vortreffliche Kenntnis der hebräischen Wissenschaften leisten, Wissenschaften, die kaum, ja ganz und gar nicht irgend wo anders gefunden werden — 1) Mendelssohn, Borrede zur „Rettung der Juden". 2) Exercit. Bibi. Jib. I. exercit. 3 Cap. 2.

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