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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-09-01 · Heft 9 (1.9.1886) · p. Seite 207

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 9 (1.9.1886)
Date
1886-09-01
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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207 An der Universität Basel wirkten auch später die beiden berühmten Buxtorf, deren rabbinisch-chaldäisches Wörterbuch noch heute nicht ersetzt ist. Johann Buxtorf der Aeltere (geb. 1564 gest 1629). „Man sagt nicht zu viel, wenn man Buxtorf den größten Kenner der rabbinischen Litteratur unter den Protestanten nennt." (Real-Encyclopädie für Protest. Theologie und Kirche II. S. 480.) Er schreibt (abbrvviat hebr. pag I.) „Der Talmud ist ein gelehrtes Werk oder ein großes Corpus von Gelehrsamkeit, von verschiedenen und den gelehrtesten Rabbinen zusammengetrageu. Er enthält eine vielfache Gelehrsainkeit in allen Wissenschaften, er lehrt das ausführlichste und vollkommenste Zivil- und kanonische Recht der Juden, so daß das ganze Volk und die israel. Synagoge nach demselben glücklich und auf die wünschenswerteste Weise leben könnte. Es sind ihm mannigfaltige Erzählungen beigemischt, die. weil sie meistenteils tiefe geheime und mystische Begriffe enthalten^nur von Wenigen verstanden und daher dem äußern Buchstaben nach sogar im Rufe der abgeschmacktesten Fabeln stehen .... Seine Autorität beruht teils auf seinen Urhebern, teils auf seinem Inhalt.Der Inhalt verschaffte ihm Autorität, weil er teils der lichtvollste Kommentar des schriftlichen Gesetzes, teils auch dessen Eraänzungsmittel und Stütze ist, ohne welche es durchaus wanken würde." „Daß die gelehrten Bücher der jüdischen Weisen zur Kenntnis der Bücher Moses und der Propheten stets von einem außerordentlichen Nutzen waren und noch heute sind, haben zu allen Zeiten und auch in unfern Tagen alle Gelehrten bezeugt, die jemals mit der Erklärung dunkler Ausdrücke, verwickelter Stellen und vieldeutiger Aussprüche des A. T., die sie aus den Büchern jener Weisen gezogen, beschäftigt waren und noch sind. Selbst Hieronymus nahin Unterweisung von den jüdischen Lehrern. Joh. Mercerus, das lebendige und Helle Licht des vorigeu Jahrhunderts, sagt in seinem so gelehrten Koinmentar zu Joel l. 17: Wo wir bei der Auslegung irgend einer Stelle im Hebräischen von den Worten der Schrift verlassen sind, müssen wir zu den Schriften der Rabbinen Zustucht nehmen." Johann Buxtorf der Jüngere, Sohn des Vorhergehenden, Prof, und Diakonus der St. Petrie-Kirche in Basel „der schon als junger Mann die beide» Talmuden durchlesen habe" (R. E. II. S. 481) schreibt: „Es enthält der Talmud gesunde theologische Wissenschaft, wenn auch, wie Maimonides sagt, in unnützen Schälen verborgen. Er enthält gleichsam eine Sammlung vieler kleiner Münzen und treuer, aus dem aufgelösten jüdischen Altertume bewahrter, sehr zweckmäßigen Spuren zur Beschämung der Untreue späterer Juden, zur Erleuchtung der Geschichte beider Testamente, zur richtigen Erklärung der Gebräuche, Vorschriften und Sitten des^ ehemaligen jüdischen Volkes; er enthält ferner viele juristische, medizinische, physische, ethische, politische, astronomische und andere vortreffliche Dokumente und Wissenschaften, welche die Geschichte jener Nation und Zeit wunderbar empfehlen.' Ferner enthält er lichtvolle Sprüche aus dem Altertum, ausgezeichnete Sentenzen, scharfsinnige Gedanken, geschmack- und sinnvoll, ja unzählige Aeußerungen, die den Leser

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