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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-08-01 · Heft 8 (1.8.1886) · p. Seite 191

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (1.8.1886)
Date
1886-08-01
Page
Seite 191 (sequence 22)
Language
German
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191 und Apostasie" herausgegeben. — Von Herrn Dr. Adolf KofmWeig Rabbiner der Kultusgemeinde in Teplih ist erschienen: Künstler und Juaendbildner, eine pädagogische Parallele. Aeußere Wortformen sind die Gehäuse lebendiger Gedanken und es ist gut, wenn man bei philologischen Studien dem tieferen geistigen Gehalte der Worte nachspürt und dadurch die Kenntnis des Altertums und seiner Anschauungen bereichert. Ausgehend von dem Worte „Uman", das sowohl Künstler als auch Jugendbildner bezeichnet, entwirft Hert Dr. Rosenzweig, eine ebenso anziehend geschriebene wie tief durchdachte Parallele zwischen diesen beiden erziehlichen Faktoren in der Menschheit, die mit gleich edlen Mitteln gleich hohe Ziele erstreben. Man merkt es dem Verfaffer an, daß er über diese beiden herrlichen Schaffensgebiete des menschlichen Geistes, sich gründliche, selbständige Ansichten verschafft hat. Herr Dr. Rosenzweig begeistert für das künstlerische Wirken der Propheten, die gleichwie der Sonnenstrahl die Thränen der Natur hinwegküßt, trotz ihrer Unbeugsamkeit, mit der sie die Wahrheit kündeten, mit dem Glanze ihrer Liebe das Herz des schwer geprüften Volkes erleuchteten, hat auch diese seine Schrift kunstfertig bearbeitet und ihr den warmen Hauch seiner Begeisterung verliehen. — Im Verlage von Krruhar-Epstein in Krün« ist erschienen: Der Bar Cochbaische Aufftand unter Hadrian oder der gänzliche Verfall des jüdischen Reiches von Herrn Ä. H. Kchwar;, Rabbiner und Prediger der isr. Kultusgemeinde in 8ablon;. Der Verfasser, der den Helden Bar Cochba verherrlicht und seine Feder in Licht taucht, um ihm Glanz zu verleihen, ist auf der anderen Seite noch immer von der landläufigen Anschauung beherrscht, in Josephus einen gemeinen Verräter zu erblicken. Und in der That, an Josephus und Bar Cochba scheiden sich die Geister. War Elfterer ein Geistesheld, deffen Werke ewig dauern werden und der, weil höher stehend, tiefer als seine Zeitgenossen blickte und den Kampf gegen Rom für vergeblich hielt, so war Bar Cochba ein Mann, dessen Wille edel und gut war, dem aber jedes Verständnis für geistige geschichtliche Bewegungen abgieng. Er fand darum auch nur in dem schwärmerischen Akiba einen Bundesgenossen, der an Stelle des prophetischen Judentums, das freilich damals von den Indifferenten und Pharisäern im Bunde nicht erfaßt wurde, Buchstabenklauberei und Silbenstecherei setzte, in der guten Absicht, die Nation zu retten, wenn auch der Geist darunter erliefen sollte. Wir haben dieses nur vorausgeschickt, um unseren Standpunkt zu der ganzen Arbeit zu kennzeichnen, erkennen es aber umsomehr gerne an, daß der Verfasser den Stoff anziehend und interessant mit Benutzung der einschlägigen Litteratur behandelt hat. Sehr richtig wird die Stelle Johannes 9, 6 „In denselben Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn nicht finden, sie werden beehren zu sterben und der Tod wird vor ihnen fliehen" mit dem Gebete in Verbindung gebracht, welches Severian in den Mund gelegt wird, den dessen Schwager hinrichten ließ, „Euch, ihr unsterblichen Götter, Euch Zeugen meiner Unschuld, bitte ich um diese einzige Gnade, daß Hadrian zu sterben eifrig wünschen möge und gleichwol nicht sterben könne." Möge Herr Schwarz fortfahren sein Wissen und seine Darstellungsgabe in den Dienst der jüdischen Geschichtsschreibung zu stellen, die in unserer Mitte noch nicht die gebührende Würdigung gefunden. — Herr Dr. A. Eqerr hat den Divan Abraham Ab» Esra'«» der dessen lyrische Lieder, poetische Gebete, Lehrgedichte mit Rätselreime enthält, herausgegeben. (Zu beziehen durch A. Kaustman« in Frankfurt a. M.) Die Edition ist mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis hergestellt. Durch das Wert wird unsere Kenntnis der jüdischspanischen Poesie in ihrem klassischen Zeitalter außerordentlich bereichert.

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