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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-08-01 · Heft 8 (1.8.1886) · p. Seite 190

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (1.8.1886)
Date
1886-08-01
Page
Seite 190 (sequence 21)
Language
German
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haben, Gott sei Dank, die alte Abneigung gegen die Juden vollständig überwunden, welche eine Schmach für die mittelalterliche Christenheit gewesen; wir sind empört, in neuerer Zeit m anderen europäischen Staaten ein Wiederaufkommen .derselben zu gewahren. Wir haben Juden dm Eintritt in das Parlament gewährt. Sie sind geachtete Glieder unserer Gesellschaft und werden, was manche Christen nicht thün, dm höchsten Anforderungen der Bürger- und Humäyitätspflichten gerecht. Er müsse aber zu seinem Bedauern bemerken, daß das Gefühl der Mißachtung hoch noch nicht ganz geschwunden sei. Von der religiösen Antipathie stnd wir jetzt bei der philosophischen Mißachtung angelangt. Man sagt, warum sollen wir wegen dieser Angelegenheit den Juden folgen, welche doch nur ein kleines, unbebeutmdes Volk im Westm Astens gewesen? Er sei erstaunt, daß man also spreche, als ob man jetzt erst entdeckt hätte, daß die Juden als Staat sehr unbedeutend gewesen. Wie? Was sagm denn ihre Gesetzbücher. „Gott hat Euch seine Liebe nicht zugewendet, nicht erwählt, weil Ihr zahlreicher als andere Völker seid." Ihre Gesetzgeber haben ihre winzige Zahl und Unbedeutendheit wiederholt hervoraehoben, um daraus die Folgerung zu ziehm, daß eine höhere Macht ihr Beistaid sei, eine andere Erklärung für ihre außerordentliche Geschichte sei ausgrschlo sen. Gerade von dm Lords, welche das Erblichkeitsprincip gewiß anerkennen, könnten die Juden besondere Achtung verlangen. Was sind denn deren Ansprüche auf Adel im Vergleich mit der Abstammung der Juden? Jene seien stolz, wenn sie ihre Abstammung auf die normännischen Eroberer oder auf die Angelsachsen zurückführm können — Zeiten von gestern im Vergleich zu dem Alter der Juden. Er verstehe nicht, wie man von den Juden herabwürdigmd sprechm könne. Wie wunderbar sei ihre Erhaltung als besonderes Volk.. Man sagt, sie seien durch natürliche Ursachen erhalten worden. Dem möge also sein, aber für das Zusammmwirkm so vieler natürlicher Ursachen zu ihrer Erhaltung als besonderes Volk müßten übernatürliche Ursachm angenommen werden. Wenn ein Philosoph ohne Kenntnis der christlichen Lehren und ohne Glauben an den Zusammenhang der jüdischen und christlichen Kirche plötzlich auf die Welt käme, si> müsse er, falls er die Geschichte erforsche, zu dem Schlüsse gelangen, daß, wenn es einen Gott im Himmel gebe und wenn die Gottesstimme jemals zu Menschen auf Erden gesprochen, solches nur durch die Juden habe geschehen können/" Möchten doch diese Worte weit hinausklingen! — Herr Mmsowirz, ein in Palästina eingewanderter Pole, legt in Lidda eine Oel- Raffinerie an. Früher wurden die sehr geschätzten Oele aus Palästina nach '~"c rv * '' ■ <- xrst dort gereinigt. — Herr Bernhard Lpitzrr, Chef Co." in Alerandrien und Cairo, ist in dm egyptischen Adelsstand erhoben ichd mit dem „Offiziersstem" des Medschidie-Ordens decoriert worden. W i 11 e i t u n g e n. Die hebräische Unterrichtsanstalt in Vrrolaa, unter Leitung des Herm Rabbiner vr. P. Neustadl versendet den Jahresbericht über das Schulsahr 1885/86. Voran geht eine Gedenkrede! auf den verewigten Moses Montefiore. — Herr Vr. Moritz K>w>i, Oberrabbiüer der ist. Religionsgemeinde in Temeovar hat seine am jüngsten Pesachstfte gehaltenen Reden unter dem Titel „Reformierte Synagoge

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