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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-08-01 · Heft 8 (1.8.1886) · p. Seite 185

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (1.8.1886)
Date
1886-08-01
Page
Seite 185 (sequence 16)
Language
German
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^MMMWWWWDWWMWWWWWWMWW 185 strebungen zu fördern. An empfänglichem Boden nicht — trotz allen Druckes, und nicht an /Sonnenhelle — trotz aller künstlichen Verfinsterung von Außen. Und es war eine Mäcenität der edelsten Art, die wir wahrgenommen, nicht hervorgegangen aus irgend welchen feinschmeckerischen Faunen, nicht verbunden mit einem unwürdigen Egoismus und sittlicher Untergrabenheit, wie bei jenem Römer, sondern erwachsen aus lauterer Liebe zu geistigen Gütern und der Ueberzeugung von dem beglückenden Einfluß, den ihre Verbreitung im Volke ausübt. Daher konnten wir auch die merkwürdige Wahrnehmung machen, daß der jüdische Mäcen zugleich Wolthäter ist; der Freund der Wissenschaft zugleich ein Freund der Menschen, der Förderer wissenschaftlichen Ernstes zugleich ein Mann sittlichen Ernstes. So bricht auch hier das gesunde Grundprinzip des Judentums durch, welches Vereinigung der Lehre mit dem Leben, des edlen Forschens mit dem edlen Handeln verlangt. Ein Wrief Avratzam Geigers an Dr. Jacob Wirchas in Gaffet.*) Wiesbaden, 6. August 1833. Hochgeehrte st er Herr! Der Beweis Ihrer Achtung und Zuneigung, den Sie mir durch Ihr werthes Schreiben geliefert haben, erfreute mich sehr. Dieses sogleich zu zeigen, hinderte mich blos die Gewißheit Ihnen bald meine Preisschrift zusenden zu können. Dieselbe ist nun erschienen und ich beeile mich, Ihnen dieselbe in zwei Exemplaren zuzusenden; mögen Sie das eine als ein Zeichen meiner Hochachtung annchmen und das andere gefälligst dem dortigen Vorsteheramte überreichen. Gerne hätte ich Ihnen auch Abschriften von meinen Predigten mitgetheilt, wenn ich nicht eben in der Lage wäre, mir von diese» keine machen zu können. Seitdem ich nämlich hier bin, predige ich allerdings alle Sabbathe und Festtage aber immer nur nach Dispositionen, weil ich dies für geeigneter halte. Jedoch glaube ich mich auf die geehrten Herren Zuhörer, die mir die Badezeit hier zugeführt hat, beziehen zu können, namentlich auf den Herrn vr. Weil. Bedauern muß ich, daß es mir erst so spät vergönnt war, den Herrn Prof. Rubino kennen zulernen, sowohl deßhalb weil er hierdurch keiner meiner Predigten beiwohnen konnte, als auch vorzüglich weil mir die nähere Bekanntschaft desselben dadurch entzogen wurde. Meinen herzlichsten Dank muß ich hingegen gegen Sie ausdrücken, indem ich durch Ihre werthe Zuschrift diesen würdigen Mann, eine Zierde Israels, kennen lernte. — Ich erlaube mir auf noch einen Punkt aufmerksam zu machen. Ich hege den Wunsch, eine wissenschaftlich-jüdisch-theologische Zeitschrift zu redigieren, ein Unternehmen, das ich für ein ganz besonderes Bedürfniß unserer Zeit halte. Eine wissenschaftliche Kenntniß des Judenthums sowohl als ein Sammelplatz, wo durch gegenseitigen Gedankenaustausch die wichtigsten religiösen Interessen desselben verhandelt würden — sowie dies ungefähr schon von Zunz in seiner *) Im Besitze einer Anzahl von Originalbriefen hervorragender Männer aus diesem Jahrhunderte, die auf die Entwickelung des Judentums einen mächtigen Einfluß ausgeübt haben, beginnen wir mit der Veröffentlichung derselben und bitten unsere Freunde, uns seltene, dre Zeit charakterisierende Briefe und Schriftstücke zu diesem Zwecke zur Berfüguug zu stellen. 16 3

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