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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-08-01 · Heft 8 (1.8.1886) · p. Seite 184

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (1.8.1886)
Date
1886-08-01
Page
Seite 184 (sequence 15)
Language
German
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HjW, ,.4| iJIWI^.t.lvypR WWW — 184 — Mirjam s inniges Mitleid auferstehen gesehen, das Leben hinzugeben, um ihre Brüder zu retten? . .. . Jene unendliche Tugendhaftigkeit . . . Ester's, um die Berfolgten zu schützen? Jene ruhmwürdige Bemühung Iudith's, um die von Angst Belagerten zu befreien? Sie hat der Herr in unseren Tagen von seinem Engelheerr entboten und alles in eine Seele niedergelcgt ... Sie unterstützte mit freigebiger Hand die' Ausgewanderten, welche in Flandern und andern Orten durch Armut geschwächt, von der Seefahrt niedergebeugt, in Gefahr waren, nicht weiter zu kommen .... Sie gab ihnen Schutz in der Rauheit der wilden Alpen Deutschlands . . . Mit ihrem himmlischen Willen hat sie die meisten dieser Unglücklichen aus Armüt und Sünden befreit, sie in sichere Gegenden geleitet und unter den Gehorsam der Lehre ihres alten Gottes gesammelt." „Die erhabene Fürstin" — preist sie ein anderer Zeitgenosse — „der Ruhm Israels ... . . Sie hat viele vom Tode gerettet und sie aus der Niedrigkeit des Lebens erhoben . ... Sie hat auch Häuser für die . . . Weisheit gestiftet, damit sie jedermann zugänglich werde."l) Aus derselben Zeit tvird noch eine andere edle und interessante Mäcenin, Namens Elter Ehierra, genannt. Interessant^ weil sie Favoritinder Sultanin Bvffa, einer geborenen Benetianerin, Gemahlin des Sultan Murad III. gewesen, und als solche wie, die Quellen berichten, auf den Gang der politischen Verhältnisse einen großen Einfluß ausgeübt haben soll. Zu dem Kreise und der Tafel dieser hochgestellten Frau gehörten nun auch ihre an Wissen hervorragenden Glaubensgenossen, deren liiterarische Bestrebungen sie nach mancherlei Richtung edelmütig förderte. Zu ihren besonderen Günstlingen gehörten die zwei verdienstvollen Historiker Schullam und der auch von Josef Nassi protegierte Isaak Akrisch. Sie scheint besonders für die jüdische Geschichtsforschung einen regen Sinn gehabt zu haben. Indem wir nun noch aus der Türkei des 16. Jahrhunderteines Sprößlings der wegen ihrer Gelehrsamkeit und ihrer Wohlthätigkeit berühmten Familie Iachja, Gedalsa Ibn Iachja' s, gedenke», der in seiner schwärmerischen Liebe zur hebräischen Poesie eine Art poetischen Kreises um sich bildete, die Dichter seiner Zeit mit reichen Mitteln unterstützte und sie von Zeit zu Zeit Zusammenkommen ließ, daß^ste ihm ihre Arbeit vorläsen und ein edler Wetteifer unter ihnen geweckt werde - indem wir ferner noch des reichen, kabbalistisch überspannten, aber edlen Raphael Joses Ehelebi aus Kairo im 17. Jahrhundert erwähnen. der fünfzig Gelehrte um sich sammelte und aus eigenen Mitteln unterhielt; indem wir endlich noch die mittlerweile immer mehr aufgekvmmene, echt mäcenatische Sitte hervvrheben. daß edle Reiche ihre Ramen gern durch Stiftungen von Lehrhausern verewigen mochten, wie daS im 16 Jahrhundert von dem auch als Wvhtthüter berühmten Mordechai Meisel gegründete Lehrhaus in Prag, Sem damals der lagenoerherrlichte hohe Rabbi Löh Vorstand, wie ferner die hier uvn^Lämle Moses gegründete KlauS oder das in neuerer Zeit von Jonas Fr linket in Breslau gestiftete jüdische theologische Seminar, das aus die wissenschastlich« Klärung der gegenwärtigen Judenheit mächty eiawstkt; so dürfen wir unsere Schilderung der Mäcenität in der jüdisch« Geschichte mit der HuffmmH sMeßen, wenigstens eine Ahnung erweckt zu hrbe», sowohl davon.' daß es im Kldentnm nie au empfänglichem Bode» für geiKge Bestrebungen. als auch, me an reichlich spendendem Sonnenlicht gefehlt hat, je« Be- '»«vchtzUeich ilili i ui" aaEüfcn IX L 368 f-

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