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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-08-01 · Heft 8 (1.8.1886) · p. Seite 179

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (1.8.1886)
Date
1886-08-01
Page
Seite 179 (sequence 10)
Language
German
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- J '" MMW«WWWWWMWWWW»^WWWWWWWW«WWWWW — 179 — setzte das Märenenwerk des Vaters wiirdig fort, indem er Menachem mit schmeichelnden Worten und glänzenden Versprechungen nach Cordova berief. Wir werden dabei an die schwärmerische Begeisterung erinnert, mit welcher Friedrich II. seinen Voltaire in seine Nähe lockt. Freudig folgte Menachem diesem Rufe und wurde Chasdai's Hofpoet. Jedoch weniger seine dichterischen Erzeugnisse, als seine bahnbrechenden grammatischen Arbeiten, denen er sich durch seines Gönners Freigebigkeit unbeschränkt hingeben konnte, verleihen Menachem seine weittragende litterarische Bedeutung. Als Grammatiker ergänzt, als Dichter übertroffen ward Menachem von deni jüngerem genialen Dunaschb. Labrat. Aus Bagdad stammend und später in Fez verweilend, ward auch er nach Cordova berufen, zur größten Förderung der jüdischen Litteratur, aber zum Unglück Menachems. Denn kaum in Cordova angelangt, machte sich Dunasch über Menachems Arbeiten her, schrieb gegen dieselben eine vielfach richtige, jedoch verletzende und auf Herabsetzung ihres Autors in den Augen Chasdai's berechnete Kritik, widmete dieselbe dem jüdischen Staatsmann „und streute ihm in den vorangeschickten Huldigungsversen so viel Weihrauch. daß es nicht zu verkennen ist: seine Absicht war, den Mäcen für sich zu gewinnen und Menachem in dessen Augen zu verkleinern". Die Schmeicheleien verfehlten ihres Zieles nicht, um so weniger als sich auch einige Ohrenbläser, die sich in die Gunst des jüdischen Großen setzten wollten, dazu hergaben, Menachem zu verleumden Da verwandelte sich Chasdai's Gunst in Ungunst gegen seinen Schützling, eine launenhafte Wandlung, wie sie schon nianches Mäcenenlicht als seinen häßlich nebenhergehenden Schatten gezeigt; ein häßlicher Flecken an dem Mäcenenruhm Chasdai's. Jedoch blieb ihm dieser Ruhm, wenngleich geschmälert. Wenn die unter den Mohamedanern wohnenden Christen — die sogenannten Muzaraber — „ihre Eigentümlichkeit so weit an das arabische Wesen aufgaben, daß sie ihre Muttersprache, das gothische Latein, vergaßen, ihre Bekenntnisschriften nicht mehr verstanden und sich ihres Christentums schämten; wenn dagegen die Juden Spaniens bei zunehmender Bildung und bei stolzestem Patriotismus eine gesteigerte Vorliebe und Begeisterung fiir ihre religiöse Sprache, ihr heiliges Schrifttum und ihren angestaunten Glauben" empfanden; wenn solchergestalt das jüdische Spanien „eine Freistätte der Bildung und Geistesregsamkeit, ein duftender Garten heiterer, lebensfreudiger Poesie, sowie der Sitz ernster Forschung und Hellen Denkens" geworden: so ist diese erfreuliche Thatsache nicht zum geringsten dem anfeuernden Beispiel des edlen jüdischen Staatsmanns Chasdai Jbn Schaprut und insbesondere dein Wetteifer zu danken, der durch ihn zwischen zwei hochbegabten, aber grundverschiedenen Geisteshelden angefacht ward. Die Saat, welche Chasdais Mäcenität ausgestreut, gieng herrlich auf. Wissen galt fortan unter den spanischen Juden als des Mannes schönste Zierde. Rach Abdul-Rahmans Vorgang wurden jüdische Persönlichkeiten wegen ihrer Einsicht und Geschäftskenntnis mit Staatsämtern bekleidet und fungirten an mohamedanischen wie christlichen Höfen als Geschäftsträger und Minister. Diese Hochgestellten wieder nahmen sich Chasdai zum Muster, Gelehrsamkeit und Poesie zu fördern, und suchten so gleichsam ihre Auszeichnung vor ihren Brüdern durch Freigebigkeit und Hochherzigkeit zu rechtfertigen. Wir nennen hier zunächst Jekutiel Jbn Hassan aus Saragossa im nördlichen Spanien. Derselbe wird als ein Fürst geschildert, „auf dessen Wort Hohe lauschen", auf dessen Schultern die Regierung der Könige ruht und auf dessen Wink die Räte zusammentraten." Er wird auch als ein fürstlicher Spender Hfühaaif iffirrtiii?- vif -i :iir'

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