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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-07-01 · Heft 7 (1.7.1886) · p. Seite 151

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 7 (1.7.1886)
Date
1886-07-01
Page
Seite 151 (sequence 7)
Language
German
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151 reich und unterhielten eine starke Viehzucht; doch aus Liebe zu ihren Besitztümern zogen sie das offene ungeschützte Ostjordanland dem geschlossenen Palästina vor und wurde zuerst die Beute der kriegführenden Völker. 1> Deshalb betete Salomo bei der Einweihung des heiligen Tempels zu Jerusalem: Herr des Weltalls? Sollte hier jemand um Vermögen und Geld dich anrufen und du in deiner Allwissenheit weißt, daß das Vermögen ihm zum Unglück werden könnte, so gewähre seine Bitte nicht.2) Reichtum erscheint sehr häufig als Verführung zum sündhaften Leben. Das Geschlecht der Sintflut ward nur durch den unbeschränkten Ueberfluß, den ihnen Gott verlieh, zur Sünde verleitet.3) Die Bewohner von Sodom werden sündhaft durch ihr Vermögen genannt. Ihr Land — mit den Worten Job's (28, 5 u. ff.) — „war eine Erde, aus der Speise sprießt, drunten wird sie umgewühlt wie vom Feuer; ihr Gestein ist Saphirs Stätte, Goldstaub sein Gewinn, auf der Bahn, die nicht der Adler kennt, nicht des Geiers Aug erspäht, nie beschritt das Raubtier sie und nie streifte darauf der Löwe." Sie sprachen daher: Besitzen wir ein Land, das Reich an Nahrungsmitteln und Goldgewinn, so brauchen wir keine Gäste und Frenide, die nur unfern Ueberstuß verzehren wollen und werden daher jeden Besuch zu verhindern sucheü.') So sündigten sie durch ihre Ungastlichkeit. Moses entschuldigte die Sünde des goldenen Kalbes bei Gott durch den Umstand, daß er Israel übermäßigen Reichtum an Gold und Silber gewährte.3 5) Der Reichtum macht die Menschen träge zur Arbeit, genußsüchtig und verweichlicht,6) sehr häufig auch geizig,^ wie eine Maus die auf dem Golde ruht;3) darum sagte man auch von den Reichen Babylon's, daß sie in die Hölle kommen und gewiß nicht Nachkommen Abrahams, die sich durch Barmherzigkeit kennzeichnen, sondern Abkömmlinge des Gesindels, das sich den Israeliten anschloß, zu sein scheinen; denn verlangt man von ihnen Arbeit, geben sie keine; verlangt man Lebensmittel, verweigern sie sie ebenfalls.3) Der Reichtum ist nicht nur eine Verleitung zur Sünde, sondern zum Teile noch ein Hindernis sich vom Bösen abzuwenden, weil die Reichen von dem Gedanken erfüllt sind, man könne mit Geld jeden Makel rein waschen: „Selbst den Makel der Abstammung beseitigt das Geld."'") Aber die Mäcenttät in der jüdischen Geschichte. Vortrag gehalten im Casino-Saalc in Mannheim von Rabbiner Dr. Stecketmacher. (Fortsetzung.! Mit einem der vorzüglichsten Jünger aus der Schule Juda's, mit R a b oder Abba Areka, der gleich vielen anderen babylonischen Jünglingen von dem Rufe der palästinensischen Akademie angezogen, dahin gepilgert war, um später mit den gelvonnenen Anregungen in der Heimat fortzuwirken verlassen auch wir den heiligen Boden, und wandern mit ihm nach dem fruchtreicheit Gefilde zwischen Euphrat und Tigris. Hier wohnten seit mehr als fünf Jahrhunderten diejenigen Exulanten, welche die neue Heimat so liebgewonnen ') Midr. Numer. c. 22. *) Midr. Exod. c. 31. 3) Sanhedr. 108. 4) Ebend. 109. 5) Ebend. 102. 6) Sabbat 54 und Joma 76, d. 7> Menach 86. “) Sanh. 29, b. 9) Bezah 63, b. ") Kidusch. 71.

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