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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-07-01 · Heft 7 (1.7.1886) · p. Seite 150

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 7 (1.7.1886)
Date
1886-07-01
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 fliegt wie ein Adler himmelwärts.') Reich legt man sich nieder auch wenn man nicht stirbt, ist der Reichtum nicht mehr da, sobald man die Augen öffnet.2) Und bei seinem Tode nimmt er nichts mit von allem, nicht sinkt ihm nach sein Gut.") Die Welt gleicht einer Rolle, an deren beiden Seilenden ein volles und ein leeres Gefäß befestigt ist, es steigt das eine und fällt das andere.^) Das Glück ist ein Rad. das sich unaufhörlich dreht, dem eineu sich «ähernd, dem andern enteilend.") Treffend beleuchtet dieses eine Geschichte aus der Belagerung Jerusalems durch Titus. Einer von den drei Reichen Jerusalems, welche mit ihren Vorräten an Getreide, Wein und Oel und andern Lebensmittel» 21 Jahre die Stadt hätten verproviantieren können, *) Nikodemos ben Gorion liest den Weg, den er zum Tempel zurückzuleaen hatte, mit Seidentüchern belegen, welche er jedesmal den Armen schenkte uno seiner Tochter gab er eine Mitgift von einer Million Golddenare (3,U Mill. Mark), was aber nicht hinderte, daß diese Tochter nach der Zerstörung Jerusalems aus dem Kothe der Soldatenpferde noch unverweste Gerstenkörner zu ihrem Unterhalte anflas und R. Jochana», ivelcher ihren Heiratsvertrag als Zeuge feiligte, um Almosen ansprach. Dem darob sich verwundernden Rabbi erklärte die Verarmte: Du kennst wol das Sprichwort in Jerusalem, Geld wird durch Salz vor Schwund nicht geschäht.') Salomo, der reichste König Israels, unter dessen Regierung Silber den Steinen gleich geachtet war, stirbt als Bettler. *) Josef, wie es heißt, sammelte unermeßliche Reichtümer. in Aegypten und die Israeliten nahmen sie als das ihnen zukommende Erbe beini Auszuge aus Aegypten mit. s) Jeder einzelne besaß mindestens 90 Lybische Esel, beladen mit Silber und Gold. ") Diese Schätze bliebe» ihren Besitzern nicht lange treu.'") Bis zur Regierungszeit Rehabeams lagen sie in Israels Mitte, da erbentete sie König Schischak und führte sie zurück nach Mizraim. ") Diesem entführte sie der siegende Serach, König von Kusch, von dem sie ivieder auf Assa den frommen König Juda's übergingen.'-) Bald aber mußte Assa zur Abwehr des ihn bedrohende» Baesa, König von Israel, die Schätze an Hadadrimon, den König von Syrien, senden,'") dem die Amoniter sie enttvauden. In einem Siege über die Amoniter gewann sie Josaphat, sie blieben bei Juda bis zum König Achas. Dieser gab sie dem König Sancherib, daß er ihni gegen die verbündeten Könige Pekach von Israel und Rezin von Syrien beistehe, doch Hiskia, der Sohn Achas' nahm sic tvieder zurück und Inda behielt sie bis zur Regierung Zidkia's, dem sie die Babylonier entwanden. Diese mußten sie an die Perser abgeben, die Perser an die Griechen und diese an Rom.") Die Flüchtigkeit und die Vergänglichkeit des Reichtums ist durch das beunruhigende Gefühl der Unsicherheit nicht der einzige Uebelstand; der Reichtum an sich wird dem Menschen sehr oft zum Unglücke.") Korach besaß solche unermeßliche Schätze, daß die Schlüssel zu den Schatzkaininern, wiewohl sie aus Tierfellen gemacht waren, eine Last für 300 weiße Maultiere betrug.^ Dieser Reichtum veranlaßte seinen Uebermnt und seinen Untergang.16) Auch Hamans Geschick ist estie Folge seines durch die Reichtüiner herbeigeführten Uebermutes. Die dritthalb Stämme Rüben, Gad und Manasse waren ebenfalls sehr ') Spr. Sal. 2:!, 5. -) Job, 27, 19. '<) Ps. 49, 18. *) Midr. Lev. t. c. 34. ') Sflbb. 121, 6. «) ®itin. 56. 7) «rrljnb. 67. >) Pos. 119 Bechor. 5, b. >"! Pes 87, b. ") Ebeud. 119 u. Hirn. I. 14, 26 >-') Ebend. 119. '9 Ebend. u. Kön. I. 15, 18. '«> Ebend. 119. >°) Kohel. 5, 12. “) Pes. 120-,• Sanh. 110. *) Midr. Schir-ha-schir. 1.

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