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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-06-01 · Heft 6 (1.6.1886) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 6 (1.6.1886)
Date
1886-06-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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143 bezeichnend: Die Fülle seiner Gedanken, die Lebendigkeit seiner Figuren waren so unerschöpflich wie die Lichtefsekte eines Wereschtschagin, wie die Farbenpracht eines Markart, er verstand cs, alle Saiten des menschlichen Herzens zu rühren, bald sanft, bald herb, mitunter zu herb. Schwabacher's Name ist ferner mit allen ins Leben gerufenen Stiftungen, wohlthätigen und bildenden Zwecken gewidmet, auf's engste verknüpft. Möge die Odessaer jüdische Gemeinde diese Zierde des Judentums nach Gebühr schon jetzt würdigen und es nicht seinem Nachfolger überlassen, seinen Ruhm erst recht zu begründen. Herrn De. Schwabacher aber wünschen wir Frische an Körper und Geist, um unentwegt seine erhabenen Ziele zu verfolgen. Die Anerkennung aller Mitstrebenden unter den Edlen in Israel bleibt ihm dauernd gesichert. Hlefera 1 e. „Testamente" der Ariider Inda und Jakob ben Ascher. Hebbräisch. Herausgegeben von S. Sch echter. Preß bürg 5646. Wie ihr Bater Aschen in der ethischen Schrift „Oreliot Chajim" den letzten Willen an seine Kinder niederschrieb, so haben seine Söhne Juda und Jakob in Form eines Testamentes (Z’waah) Mahnbriefe an ihre Kinder zurückgelasseu, von deren Dasein wir wohl dunkle Kenntnis hatten, die aber jetzt Herr Schechter nach Manuscripten des Britischen Museums und nachdem er sie bereits imLet-l'almuä veröffentlicht, für einen größer» Kreis edirt und dadurch wieder eine Probe seiner kritischen Begabung geliefert und der jüdischen Litteratur einen guten Dienst geleistet hat. — Von de» beiden «Testamenten" ist unstreitig das des Juda wichtiger und interessanter als das des Jakob, weil, weil wir durch das erstere nicht nur einen Einblick in die Denkweise und die religiösen Anschauungen der Ascher'schen Gelehrtenfamilie gewinnen, sondern auch ein kleines Kulturbild aus dem 13. Jahrhundert uns konstruieren können. Daß man aber dem Verfasser die deutsche Abstammung anmerkt uud-4)aß in Juda ben Ascher kein spanischer, d. h. kein tiefer, aufgeklärter und wissenschaftlicher Geist lebt, kann Niemand Wunder nehmen, der bedenkt, daß er eben der Sohn des Ascher ben Jechiel ist, der bei seinem Scharfsinn und seiner menschenfreundlichen Gesinnung doch Gott dafür pries, daß er nichts von der Philosophie gelernt hat. — In der Einleitung zu dem Mahnbriefe thut der Verfasser, der dem Vater auf dem Rabbinatssitze zu Toledo folgte, recht deutsch-mystisch, indem er seinen Kindern erzählt, seine Mutter sei, während sie mit ihm schwanger war, im Traume befragt worden, ob sic für ihren Sohn Weisheit oder Reichtum wünsche und habe das erstere gefordert, also ähnlich der Erscheinung Salonions, und indem er weiter berichtet, er habe sein künftiges Schicksal aus einem Verse erkannt, der sich ihm zufällig darbot, als er die Bibel auf's Gerathewohl ausschlug. Dieser mystische Zug sticht auch aus dem Briefe selbst hervor, in welchem er mitteilt, daß sein Großvater Jechiel, dessen erlöschende Wachskerze am Versöhnungstage seinen an Chol-Hamoed erfolgten Tod angezeigt hätte, im Sarge, als man ihn nach damaliger Sitte vor dem Friedhof auf eine» Stein absetzte, plötzlich zu lachen begann und auch später dem Gelehrten R. Salomon Hakohen in dessen Lot Ilamicirasad erschien; doch bleibt der Brief wegen verschiedener Daten und Angaben immerhin von Interesse. Die Söhne des Rabbi Juda müssen recht entartet gewesen sein; das sieht man aus den i

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