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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-06-01 · Heft 6 (1.6.1886) · p. Seite 142

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 6 (1.6.1886)
Date
1886-06-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 von Moses Mendelssohns Todestage, gesprochen im Lese- und Geselligkeits- Vereine zu Arohobiirr, bei der aus Anlaß dieses säkularen Jahrestages am 4. Januar 1886 veranstalteten Gedächnisfeier von Alerandrr Scharr. (15 S.) Wir nehmen von dieser schönen Rede gerne Notiz, zumal der Mendelssohn'sche Geist in Galizien nur einqn geringen Bruchteil der jüdischen Gemeinde erfüllt. Es ist schon anerkennenswert,, daß den großen Mann zu feiern ein Bedürfnis gewesen, und Herr' Scharr hat seine Aufgabe als Festredner gut gelöst. Männer wie Herr S'chorr, welche ihre Intelligenz nicht in sich verschließen, sondern in Wort und Schrift auf die sie umgebenden Kreise anregend wirken und das Judentum 'geistig wecken, verdienen besondere Anerkennung. — Herr Adr. Schnapp, der sich in Dann als Privatdocent der Theologie habilitirte, behandelte in seiner Antrittsrede die Bedeutung der anßerkanonischen jüdischen Litteratnr, für das Stiidiniii des neuen Testamentes. — Bon peternianns „Pentateuchus samaritanus“ ist jetzt der vierte Teil (Berlin, Moeser Preis 15 Mk.) zur Ausgabe gelangt. — Einem unerquicklichen Streite, der zwischen dem Reichsratsabgeordncten Dr. Mach in Wie» und dem Schriftsteller M. F. Nodkinrsohn ausgebrochen, verdanken zwei Brochirren, die letzterer zu seiner Verteidigung veröffentlicht, „Barkai" hebräisch und „Wahrheit gegen Lüge" in deutscher Sprache ihr Entstehen. — Die Geschichte der Juden von Prof. Gräh wird in 70 Lieferungen bei Oscar Feiner in Feipstg ausgegeben. — Den großen akademischen Preis von 12,000 Frcs. des „College" von Frankreich über die höhere Mathematik erhielt dieses Jahr Fräulein VortniKrr, in Paris, welche einer hochgeachteten jüdischen Familie in Odessa angehörig ist. — Baron A. Aanchrtti, ein naher Anverwandter des Welthauses Rothschild und berühmter Tondichter, setzt eben die in seinem Aufträge verfaßte Oper „Israel und Nafta", deren Sujet aus der jüdischen Geschichte genommen ist, in Musik. Dieselbe wird vier Akte haben und hat den Florentiner Litteraten A. Fontana zum Verfasser. Das Libretto soll eine vorzügliche Arbeit sein. — Mr. Faurence Miphant, der bekannte Palästina-Forscher, hat am nordöstlichen Ufer des Galilea-Sees die Ruinen von zwei Synagogen entdeckt. Eine derselben in emem Orte, Namens Kanef, gelegen, ist eine vollständige Ruine; die Mauern der anderen stehen noch bis zu einer Höhe von 9 Fuß. Letztere Ruine liegt in Khnrbet Dar Aziz, an der nördlichen Abdachung des Wady Shukeiyef. Die Architektur ist einfach. Die jüngst in Jerusalem entdeckte alte Mauer, die vr. Merill für die zweite Mauer hält, ist bis zur Länge von 120 Fuß freigelegt worden. Im Laufe der Ausgrabungen wurden viele Ueberbleibsel der zehnten Legion gefunden, darunter eine Inschrift auf einer 15 Fuß unter der Oberfläche Vorgefundenen Marmorsäule. — Von I)r. A. Sammlers Mischnajoth, hebräischer Text mit Punktation, deutscher Uebersetzung und Erklärung, ist die fünfte Lieferung ausgegeben worden. (Berlin, H. Jtzkowsky.) — In Odessa ist von O. Ch. erschienen: Rückblick auf die Thätigkeit des Odessaer Stadtrabbiners, Herrn Dr. K. L. Schwabachrr, bei Gelegenheit seines 25 jährigen Dicnstjubiläums. Der Verfasser beginnt seine Schilderung der Thätigkeit des durch seine Wirksamkeit wie Gelehrsamkeit gleich ausgezeichneten Rabbiners mit den charakteristischen Worten: Es ist schwer Mensch zu sein, noch schwerer als Jude, am schwersten aber als Rabbiner. In Rußland, wo der Seelsorger eine sorgende Seele um seine eigene Existenz ist, well er den Launen und der Willkühr seiner Gemeinde preisgegeben ist, ist es um! so mehr zu verwundern, wenn ein Mann 25 Jahre in segensreicher Wirksamkeit ausgeharrt wie Schwabacher. Für seine Thätigkeit als' Kanzelredner ist der Satz

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