Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1886)
- Date
- 1886-06-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 . Vorwürfen die er ihnen macht, daß sie mit unwürdigen Personen sich gesellen >i»d selbst Vater und Mutter nicht verehren. Sie erinnern an die Sö!hne Eli's, die nicht des Vaters Wege wandelten. Speciell aber warnt er sie vor! dem Um-.' gang niit Lügnern, Spöttern, Heuchlern und Verläumdern, und es scheint, daß er hier aus den Zuständen und Gebrechen seiner Zeit heraus redet, ebenso wie die Aufforderung, sic sollen die Bibel niit Hilfe der Granimatik und des Kommentars — (welchen?) — lesen, ein Streiflicht ans Deutschland wirft, von welchem er sagt, es sei dort nicht Sitte, die Bibel zu studieren und zu lehren, daher auch er selbst in der Äugend dieses Studiums entbehrte. Es wäre die kritische Aufgabe des Herrn Schechter gewesen, nachzuweisen, von welchem Kommentar R. Juda hier spricht, welche Bibelerklärung also in jener Zeit so populär war; Raschi kann er nicht meinen, weil er dessen Konunentar später besonders empfiehlt, sowie er dem Studium des „Chobot Halewowot", be» „Sefer Hajaschar“ und des „Igeret Tschuba“; von R. Jona das Wort redet. — Auf diese Ermahnungen folgen noch einige Mitteilungen des R. Juda über seine Vermögens- und Familienverhältnisse, ferner über die Einwanderung seines Vaters in Spanien, sowie über dessen Persönlichkeit und Gelehrsamkeit, die ebenfalls zur Vervollständigung des Zeitbildes «beitragen. — Das Mahnschreiben des R. Jakob, Verfassers der Durim, ist schon fast ganz Schulchan-Aruch gemäß, niit de» allerdings bemerkenswerten Zusätzen, daß die Söhne sich nicht zuviel in pilpulistische Fragen und Antworten einlassen, daß sie aus den wirren, kontroversen Abhandlungen des Talniud die methodologischen Grundsätze sich aufzeichiieii und vor jedem Aberglauben, wie Träume, Lvsewerfen, Punkte (?) sich hüten sollen. Der Leser dieser wenigen Blätter wird noch manche interessante Stelle entdecken.! Preßburg, int Mai 1886. Rabb. Dr. Davi d. Erstes Lesebuch. Ziveiter Teil der deutschen Schreib-Lese-Fibel. Ausgabe B. Bearbeitet von Raphael Cohn, Lehrer an der Knabenschule der jüdischen Gemeinde in Berlin. (Berlin, 1P86, Verlag der Stuhr'schen Buchhandlung.) ' Im Anschlüsse an die von demselbeir Verfasser erschienene deutsche Schreib- Lese-Fibel ist vorliegendes Lesebuch erschienen, wodurch das Kind durich dargebotene Erzählungen, Beschreibungen, Rätsel und Gedichte zur Lesefertigkeit gebracht werden soll unter veredlender Einwirkung auf Verstand und Gemüt. Der Stoff, den besten Jugendschriftstellern, auch solchen, die bis jetzt nicht herangezogen wurden, entnommen, ist mit Verständnis und Einsicht gewähljt. Allerdings wären für eine nächste Auflage mehr heitere Beigaben zu wünschen. Wir empfehlen dieses Büchlein den Lehrern auf's angelegentlichste.! Inhalt: Die sociale Frage im Judentume. Bon Dr. Adolf Kurrein, Rabbiner und Prediger in Biclitz. - Ein jüdischer Minnesänger. Bon Dr. S. Gelbhaus. — Rom und die Römer vom Standpunkte des Talmud und der Midraschim. Von I. Wicsner. (Forts.) Ephraim den Tamar, ein bis jetzt unbekannter Rabbiner in Frankfurt a. M. aus den, elften Jahrhundert. — Gruß zum Wochenfeste. — Aus den hinterlasseiien Papieren meines Onkels. Von N. Heine. — Monatsschau. — Mitteilungen. — Referate. — Beilage. j Berantivortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.