Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1886)
- Date
- 1886-06-01
- Page
- Seite 135 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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.fl, Ji». 11111*! n 135 — Nunmehr wird unser Ruf, gottlob! nicht mehr überhört, er klingt harmonisch und wehmütig lieblich in dem Chore unserer deutschen Brüder. Denn Wahn und Fanatismus haben in Deutschlands Gefilden keinen Boden mehr! Und ihr, Deuschlands Fahnen, welch' einen herzerhebenden. Anblick bietet ihr nunmehr dar! Unter eueren Schwingen wohnt die Freiheit, unter eueren Schwingen wird fortan keine Knechtschaft mehr geduldet; darum sammeln sich freudig um euch Deutschlands Bewohner, darum folgen wir euch freudig und rufen freudig: „Es lebe Deutschland! Es lebe unser deutsches Vaterland!" Diese kurzen, wahrhaft patriotischen Worte, an welche sich das Gebet für den König und das Vaterland anschloß, riefen eine ungemein freudige Aufregung und ein lebhaftes Zujauchzen der Zuhörer hervor und trugen sehr dazu bei, das gute Einvernehmen zwischen Juden und Christen der Stadt zu stärken. N. Heine. Monalsfchau. Herr Dr. Ijg. Kehler, früher in Mannheim, wurde zum Rabbiner in Landsberg a. d. M. erwählt und Herr Dr. Marcus Glihki, bisher Stiftsrabbiner in Hannover, zum Rabbiner in Cöthen. — Aus dem Elsaß schreibt man uns: Die von dem israelitischen Bezirkskonsistorium zu Metz erfolgte Ernennung des Rabbiners Mir Plum in Kegersheim zum Rabbiner von Pfastburg ist vom Ministerium bestätigt worden. — Anläßlich der Rabbinerwahl in Erfurt hat sich ergeben, daß leider auch jüdische orthodoxe Theologen es mit der Wahrheit nicht genau nehmen. An Herrn Dr. Leilchenfeld, Rabbiner der israelitischen Gemeinde in Posen, ist es nun, sich zu rechtfertigen wegen seines Benehmens gegen Herrn Dr. Goldschmidt, Rabbiner in Weilburq, welcher ihm durch Schriftstücke nachgewiesen, daß seine derLErfurter Gemeinde gegenüber abgegebene Erklärung, Herrn Dr. Goldschmidt nienials ein Rabbinerdiplom oder ein annähernd ähnliches Schriftstück ausgefertigt zu haben, auf Unwahrheit beruhe. — Herr Dr. S. Kerufeld in Berlin wurde von der sefardischen Gemeinde in Belgrad zum Rabbiner erwählt. — Herrn Rabbiner Her; in Göppingen wurde anläßlich seines vierzigjährigen Dienstjubeläums das Ritterkreuz zweiter Classe des Friedrichsordens verliehen. — Am 8. April feierte Herr Dr. 8. Kayserling in Hannover sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als Jnspector der dortigen M. M. David'schen Freischule. — Am 15. April starb in Altona Herr Justizrat Marburg, der im Jahre 1867 Vertreter dieser Stadt im Preußischen Abgeordnetenhause gewesen. — Am 17. April starb in Kirkenfeld Herr Landrabbiner Dr. M. Goldman» im Alter von 74 Jahren, nachdem er fast 40 Jahre daselbst seines Amtes gewaltxt. — Am 22. April starb zu Kranksurt a. M. im Alter von 81 Jahren Herr Kaßhael Kicher, Bruder des vor 23 Jahren an demselben Tage verstorbenenen Gcchrirl Kicher. Unter großer Beteiligung wurde er am 25. April zur letzten Ruhestätte geleitet. Herr Rabbiner Dr. K. Brüll widmete ihm am Sarge Worte ehrender Erinnerung. — Am 18. April wurde in Bietefeld und am 9. Mai in Katibor eine „Bnai-Berith Loge" installiert. — In Hamburg hat sich ein gläubiger Christ, Namens Wilh. Schill, entschlossen, fortab den Sabbath statt des Sonntags zu feiern und hat auch durch eine Annonce bekannt gemacht, daß sein Geschäft Sonnabend geschlossen bleibe. Wenn alle Christen den Bibelvers „Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest" 1 . 1 ■i