Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1886)
- Date
- 1886-06-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2969669-2969919-2969926--1677-2976286- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1 T T- ’T! IA..^^WMDWMli^WWWMWW^ — 132 — Ephraim öen Hamar, ein bis jehl unbekannter HlavSiner in KrankfurL a. M. aus dem elften Jahrhundert. In einem Memörbuche einer kleinen Stadt in Würtemberg, das uns jüngst Vorgelegen, werden deutsche Judengenieinden und deren Märtyrer aus dem Jahre 1096 genannt. In der Reihe der angeführten Gemeinden erscheint auch Frankfurt mit seinem Rabbiner Ephraim den Tamar und dessen Rabbinatskoliegen. Dieses Gedächtnisformular, das die Würtemberg'sche Gemeinde aufgenommen, wurde sicherlich auch in vielen anderen Synagogen zu bestimmten Zeiten verlesen und führt, demnach auf alte glaubwürdige Quellen zurück. Daß in Frankfurt überhaupt im Jahre 1096 schon eine jüdische Gemeinde bestand, war bis jetzt nicht bekannt. Zunz in seiner Litteraturgeschichte (S. 618) erwähnt den erschlagenen Ephraim beu Tamar (Cod. Oppenheim 1708) ohne zu wissen, daß derselbe Rabbiner in Frankfurt ivar. Vielleicht haben jüdische Gelehrte in England die Güte, in den betreffenden Codex Einsicht zu nehnien und uns über denselben zu berichten. Hruß znin Wochenfeste. Es stehen Anger, Flur und Haide, Im blumgewob'nen neuen Kleide. Die Erd' in ihrer Frühlingspracht Gleicht einer Braut in ihrer Tracht. So wird auch unserm geist'gen Leben Herrlich ein Prachtgewand gegeben, Wenn wir im Herzen und im Willen Mit ueuein Geiste uns erfüllen. Gelobt sei Gott! Er, dessen Stärke Uns hilft zum geistig höhen Werke, Dir uns die Lehre gab voll Macht, Ein Licht nach düstrer, dunkler Nacht! Im öden, trüben Wüstenwallen Ist Jsrael's Kleid niemals zerfallen, Alls Gottes liebevoller Hand, Empfing es stets ein neu Gewand! O, wunderbares Werk der Liebe! Nach Winterszeit voll Angst und Trübe Bricht stets der Frühligstag herein, Mit Blumenduft und Sonnenschein! So nach Ägyptens Sklavenleben, Ward uns vomHerrn das Licht gegeben — Nach Sklavenlebens Angst und Leid Erhielt die Welt ein neues Kleid! O, Israels zerstreute Reste, Versammelt euch zum frohen Feste, An welchem man des Tages denkt, Da uils der Herr sein Wort geschenkt! Geh deines Weges immerhin, Volk Gottes, stets mit starkem Sinn, Führ' deine Sendung fort und fort! Der Herr giebt stets d.ir neu sein Wort. Nach der Verfolgung Angst und Druck, Stehst du stets neu im Frühlingsschmuck, Für dich ist Tod, Leid und Vernichtung, Ein steter Keim zur Höherichtung! * 1 N. H.