Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1886)
- Date
- 1886-03-01
- Page
- Seite 69 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 69 — Sprache (208 S.) erschienen. Wir habe» in diesem Werke ein Stück Kulturgeschichte der Juden in Rußland vor uns und liegt in demselben viel interessantes Material aufgespeichert, das von unschätzbarem Werte für die Zukunft bleibt. Möge der Verein stets wachsen und gedeihen. Der Veröffentlichung des zweiten Teiles sehen wir mit Freude entgegen. — Klapst Leo XIII. sprach sich in der jüngsten Encyclica in mit dem Judentum übereinstimmender Weise also aus: „So will auch die Kirche durchaus nicht, daß Jemand durch Gewalt dahin gebracht würde, den katholischen Glauben anzunehmen, weil, wie derheilige Augustin (Tract. XXVI) bemerkt, der Mensch nur glauben kann aus freiem Willen". Möchten diese herrlichen Worte in der christlichen Welt weithin vernommen und beherzigt werden. — In Ilalien ist der Wucher wie in keinem Lande auzutreffen. In mehreren Bezirken kann der Landmann nur dann eine Anleihe erhoffen, wenn er 40—50°/o bezahlen will. Es ist eine gräuliche Verwüstung. die dort der Wucher überall anrichtet. Merkwürdig wohnen in den betreffenden Bezirken fast gar keine Inden. Wir sehen, der Wucher ist ein internationales Laster. — In KopcnhmM wurde ein neuer jüdischer Friedhof eingeweiht. — Auf dem dicht bewaldeten Bergkegel JUfdjmin ans dem Karmel wird demnächst ein Luftknrhaus errichtet werden. — Die sephardischen Rabbiner in Zerusalrm haben die daselbst erscheinende Zeitschrift „Harewi" in den Bann gethan. — Die Israeliten in den 8er. Staaten haben als einen Beweis ihrer Dankbarkeit für den ihrem Glauben gewährten Schutz der Nationalregierung eine kolossale Statue der „Religions-Freiheit" verehrt. Die Statue ist die Schöpfung (lsitkirls, des großen amerikanischen israelitischen Bildhauers, und stellt die Amerika mit gegen einen die Religion repräsentierenden Jüngling wie zum Schutz ausgestrecktem Arme dar. Die linke Hand der Amerika ruht auf einer Gesetzrolle der Ver. Staaten, welche allen ihren Söhnen religiöse Gleichheit giebt. Am Fuße befindet sich der amerikanische Adler, mit seinen Krallen am Halse der Schlange Intoleranz. Das Denkmal, welches in Kurzem aufgestellt werden soll, wird von den amerikanischen Israeliten als ihre 100jährige Jubiläumsgabe übergeben werden. — Nach der Zeitschrift „Oeci-ent". wanderten in Amerika im verflossenen Jahre 18533 Juden ein, davon 11348 aus Rußland, 1825 aus Oesterreich, 1819 aus Deutschland, 391 ans Rumänien. Bis auf 7306 blieben die Einwanderer in Arw-Uork. — Der „Hebrrw" (San Francisco veröffentlicht das Schreiben eines Reisenden in Mexico. Derselbe traf daselbst außer in der Hauptstadt nur sehr wenige Juden. In 8illa Lerdo wohnen nur zwei Juden; in Jacatecar nur einer. In der Hauptstadt Älerico dagegen ist eine größere jüdische Ansiedlung, die eine höchst geachtete Stellung einilimnit. Unter andcrem giebt es da auch zwei Generäle jüdischen Bekenntnisses. — Herr SchriinsKi in Klellingto» (Nen-Seeland) wurde vom Gouverneur zum Mitgliede des gesetzgebenden Rates von Neu-Seeland ernannt. Es ist der erste Jude, der dort zu solcher Ehre gelangte. - Der einzige in Amaliid in Algerien wohnende Jude, Herr K Chonchana, ein französischer Bürger, wurde einstimmig zum Maire dieses Platzes erwählt. Will ei tun gen. Aus Berlin schreibt uns Herr A, Eckstein unter der Ueberschrift „Aus studentjschen Kreisen:" Der „akademische Verein f. jüd. Geschichte u. Literatur" veranstaltete schon vor Beginn der letzten Ferien eine erhebende Mendelssohn-Gedenkfeier,