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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1886-02-01 · Heft 2 (1.2.1886) · p. Seite 38

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 2 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
Seite 38 (sequence 14)
Language
German
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zu Stipendien für deutsche Studirende der philosophischen Facultät ohne Unterschied des Glaubens. Gleichzeitig übersandte er dem Berliner Oberbürgermeister 30,000 Mk. zur Verteilung an Arme. — Herr Dr. Theodor, bisher in Kromberg, wurde als Rabbiner nach Bereut, Herr l)r. Singer, der dortige frühere Rabbiner, nach Marienlnirq berufen. — Am 26. November wnrde Herr >>r. pleßner in sein Amt als 'Rabbiner in (Mrowo eingefnhrt. — Herr Rabbiner Her; in Göppingen feierte am 24. November seinen siebenzigsten Geburtstag. — In Ztrnhbnrg soll deinuächst unter Direktion des kaiserlichen Bibliothekars, Privatdozcnt Dr. Landauer, eine Borbereitungsschule für Studierende der jüdischen Theologie eröffnet werden. — Am 18. Oktober tagte in Meiningen unter Vorsitz des Herrn Laudrabbiners Dr. Delsaner die Versammlung der Lehrer des Landes. — Am 27. November wurde die ncuerbaute Synagoge in Mitten eingeweiht. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Zaulns aus Aachen, der besonders betonte, daß die in dem jüdischen Gotteshause gepflegte Religion nicht ein Trennungsmittel, sondern ein Einigungs- und Bindemittel Andersgläubigeil gegenüber sei. — Für die jüngst eingelveihte „Englische Kirche" in Berlin spendete der englische Gcncralconsul von Dlcichröder eine Altardecke. — Am 1. November wurde in Mommenheim ein israelitischer Friedhof seiner Bestimmung übergeben.! — Am 20. Dezember starb in Frankfurt a. M. Herr Zsaac Zt. Goar, Mitbegründer eines der ältesten deutschen Antiquariate. — Von Hamburg berichtet man uns von dem Tode des durch seine Philantropie bekannten Herrn Philipp Simon. An seinein Sarge sprach Herr Prediger Dr. Leimdörser ergreifende Worte des Nachrufes. — Am 6. Dezember starb in Berlin Herr Dr. Wolfgang Strohmann. langjähriger Stadtverordneteu-Vorsteher und Repräsentant der jüdischen Gemeinde. Er stammte aus üawitsch, woselbst er am 8. Oktober 1821 geboren wurde. Bei der Trauerfeier im Festsaale des Rathhauses schilderten die Herren Oberbürgermeister Dr. von Forkenbelk, pirchow und Ludwig Löwe die hevorragenden Verdienste des Heimgegangenen. Auf dem alten jüdischen Friedhofe, woselbst die Leiche beigesetzt wurde, sprach Herr Rabb. Dr. Maybaum. — Am 11. Dezember wurde in München der in planegg am 9. Dezember verstorbene Bayrische Hofbankier Joseph Freiherr von Hirsch-Gereuth, geboren 1805 in Wurst urg, zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. perles hob in seiner Grabrede )ie Verdienste hervor, ivelche sich der Verewigte in seinen verschiedenen Stell, »gen erworben hatte. — In Lurgpreppach starb am 28. November der dortiee Bezirksrabbiner Abraham Hirsch» geboren in Poppenlaner, im 47. Jahre seine« Lebens und am 14. Dezember in Posen der Religionslehrer Herr Dr. Aron iHirschfeld, früher Rabbiner in Thorn, Jnowrastaw und WloclaweK. — Durch die Ausweisungen österreichischer und russischer Unterthanen auS Deutschland befinden sich in der jüdischen Gemeinde Memel statt 1214 jetzt nur 400 jüdische Seelen. Ditz Londoner „Allg. Corr" schreibt: Die täglich wachsende Anzahl der in London einwanderuden Juden, die aus Deutschland ausgewiesen worden sind, ist so groß, daß die hiesige (Londoner) jüdische Armenverwaltung alle ihre Hilfsquellen in Ayspruch nehmen muß, um den an sie gestellten Anforderungen zu genügen. Hierzu kommt noch, daß neuerdings auch viele Juden aus Rumänien und Rußland in London anlangen, von denen erstere kraft des im Jahre 1881 von der rumänischen Kammer angenommenen Gesetzes ausgewiesen wurden, obwohl dasselbe nur gegen obdachlose und arbeitsscheue Vagabunden beabsichtigt war. Es darf hierbei erwähnt werden, daß von den im jüdischen Armenhause in Devonshire-Square unterstützten Juden 95°/o Ausländer sind. Diese Leute

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