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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-12-01 · Heft 12 (Dezember 1902) · p. Seite 281

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 12 (Dezember 1902)
Date
1902-12-01
Page
Seite 281 (sequence 17)
Language
German
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«W — 281 — in dem sie vor den Nöten und Sorgen des Lebens geschützt seien, und ihnen so den Lebensabend zu verschönen. Nach Schluß der Rede erteilte Redner der Anstalt die Weihe der Religion und sprach den Segen aus über alle die, die an dem hochherzigen Werke teilgenommen hatten. Die erhebende Feier schloß mit Chorgesang. — In Düsseldorf fand am 16. September die feierliche Grundsteinlegung des Synagogen-Neubaues an der Kasernenstraße statt. Nach einer dem Anlasse entsprechenden Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. David verlas der Vorsteher der israelitischen Gemeinde — Herr Levison — die für den Grundstein bestimmte Urkunde, welche sodann gemeinsam mit den Ausgaben dortiger Zeitungen vom 15. September in den Stein verschlossen wurde. Es folgte das Einsetzen des Steines unter den üblichen Förmlichkeiten, worauf die Feier durch eine Ansprache des Rabbiners geschlossen wurde. Mehrere Chorgesänge verschönten die Feier. — Der verstorbene Magistratsrath Kohn in Dürnberg, welcher schon bei Lebzeiten gemeinschaftlich mit Verwandten eine Stiftung von 400000 Mk. errichtete, bestimmte letztwillig 250 000 Mk. für Wohlthätigkeitszwecke. Außerdem überwies er in seinem Testamente der Stadtgemeinde Nürnberg auf 800000 Mk. geschätzte Werte, deren Ertrag zehn Jahre angesammelt werden soll, um dann zur Ausschmückung der Stadt verwendet zu werden. — Am 6. September starb in Leipzig der allgemein geschätzte Publizist Dr. Albert Frankel im 82. Lebensjahre, ein ehrwürdiger Veteran der Schriftstellerwelt, dessen Name auf's Engste mit der „Gartenlaube" verbunden ist. — Am 19. September starb in Kann Herr Rabbiner Dr. Isaak Kükf in Folge eines Sturzes vom Fahrrade. Als Mensch und Gelehrter gleich hervorragend war Dr. Rülf eine Zierde des Deutschen Rabbinerstandes. Sein bedeutendstes Werk ist „Wissenschaft des Weltgedankens und der Gedankenwelt". — In Kreslau starb am 22. September Herr Dr. Salomon Gohn. Derselbe war früher in Oppeln, dann in Mastricht, Schwerin (Mecklenburg) und schließlich in der Synagoge an der Potsdamer Brücke in Berlin. Vor einigen Jahren gab er zunehmender Kränklichkeit wegen sein Amt auf und zog nach Breslau zu seinen Kindern. Er hat ein Alter von 80 Jahren erreicht- In seiner Jugend huldigte der Verstorbene fortschrittlichen Ideen, später war er ein entschiedener Vorkämpfer der Orthodoxie. Cohn war ein vorzüglicher Kanzelredner und hat am Berliner Rabbinerseminar viele Jahre hindurch Homiletik gelehrt. — Bei dem jüngst in Frankfurt a. M. abgehaltenen deutschen Bankiertag, der von ca. 700 Personen besucht war, hat sich die Deutsch-soziale Reformpartei das billige Vergnügen geleistet, einige „witzige" Fragen, die so thöricht wie möglich waren, vorzulegen und zwar in dem bekannten Antisemiten-Jargon und in antisemitischer Denkweise. Der Bankiertag hat darauf die einzig verständige Antwort erteilt, indem der Vo> sitzende nur kurz bemerkte, daß diese Zuschrift der Deutsch-sozialen Reformpartei in Form und Inhalt ganz und gar unwürdig sei und deshalb unbeachtet bleiben müsse, ja nicht einmal den Akten emverleibt werden soll. — In Hrrli« feierte Herr Sanitätsrat Dr. Arumann

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