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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-12-01 · Heft 12 (Dezember 1902) · p. Seite 282

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 12 (Dezember 1902)
Date
1902-12-01
Page
Seite 282 (sequence 18)
Language
German
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282 daS seltene Fest des sechzigjährigen Doktorjubiläums. Salomon Reumann, der Senior der Berliner Stadtverordneten-Versammlung, ist 1819 in Pyritz in Pommern geboren. — Dem nach vierzigjähriger Wirksamkeit verstorbenen Herrn Lehrer Goldschmidt-Frankenberg widmet die „Hessische Schulzeitung" in ihrer letzen Nummer folgenden Nachruf: „Ein treues Lehrerherz hat zu schlagen aufgehört. Der Lehrer Israel Goldschmidt zu Frankenberg schloß am 7. September auf immer die Augen. Am 9. September wurde das, was sterblich an ihm war, dem Mutterschoß der Erde übergeben. Von seiner großen Beliebtheit legte sein Leichenbegängnis Zeugnis ab. Die ganze jüdische Genieinde, deren Lehrer er fast dreißig Jahre war, sowie ein großer Teil der christlichen Bevölkerung gaben ihm das Geleite zum Grabe. Auch der Bezirkslehrerverein Falkenberg, dessen eifriges und beliebtes Mitglied der Verblichene war, sowie der Gesangverein befanden sich im Leichengefolge. Am Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Munk die hohen Verdienste des Verstorbenen um Schule und Gemeinde. Nach einem Gesänge des Bezirks-Vereins und des Gesang- Vereins ergriff der Königliche Kreisschulinspektör, Herr Metropolitan Wessel, das Wort und schilderte bewegten Herzens das innige Verhältnis zwischen ihm und dem Verstorbenen. Er schloß mit den Worten: „Wenn ich eher gestorben iväre, wie. Herr Goldschmidt und Gott hätte mir die Macht dazu gegeben, Herrn Goldschmidt die Himmelspforte zu öffnen, ich hätte es gerne gethan. Ebenso gerne würde der Verstorbene seinem alten Kreisschulinspektor die Himmelspforte öffnen, wenn ihm Gott die Macht hierzu gäbe." In trefflichen Worten entwarf alsdann der Amtsnachfolger des Verstorbenen, Herr Lehrer Plaut, ein Bild von des Lehrers Aussaat und Ernte und kam zu dem Schluffe, daß Herr Goldschmidt die herrlichsten Früchte für seine treue Arbeit geerntet, nämlich die Liebe und Dankbarkeit seiner Schüler, sowie die Hochachtung und Wertschätzung seiner Vorgesetzten und seiner Gemeinde. „Möchte der Verstorbene" — so schloß Herr Plaut, und wir schließen uns seinem Wunsche an — „auch seine himmlischen Garben ernten". — Aus Herlin berichtet man: Der Wettbewerb um den Preis der Ersten Michael Beer'schen Stiftung für Maler und Bildhauer jüdischer Religion ist für das Jahr 1903 für Bildhauer eröffnet worden. Als Preisaufgabe ist gestellt worden „Salomos Urteil". Der Preis besteht in einem Stipendium von 2250 Mark, den die „Akademie" zu vergeben hat. — Der bekannte Bibelforscher Professor Friedrich Delitzsch wird an der Herliurr Universität in diesem Semester eine Vorlesung über die Hebräische Sprache im Lichte der Keilschriftforschung halten. — Mit dem Schuljahr 1902—1903 ging das erste Vierteljahrhundert der Budapester Landes-Rabbinerschule zu Ende. Der eben erschienene Jahresbericht verzeichnet es mit erhobenem Gefühle, daß aus der Errichtung der Anstalt dem Baterlande und der Judenheit Segen ersprossen ist. Allenthalben war die Notwendigkeit dieser Anstalt empfunden worden. Beinahe 60 Gemeinden Ungarns haben Schüler derselben zu ihren Rabbinern gewählt; an vier höheren Schulen des In- und Auslandes wirken deren Zöglinge als Lehrer und

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