Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 11 (November 1902)
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Ländern zu regem Gedankenaustausch zusammengetreten sind, die Hoffnung auf die Erreichung des biblisch-prophetischen Endziels, der Einigung aller zur höchsten Gotteserkenntnis, zur reinsten Tugend und reichster Liebe. Herr Direktor Münzel der Leiter der Hamburger Stadtbibliothek hat im Journallesezimmer eine Ausstellung orientalischer Handschriften und Druckwerke veranstaltet. Die Mitglieder des Orientalischen Kongresses folgten auch einer Einladung des „Locietö d’Exportation des Vins „Eliadali“ zur Besichtigung der großen Auslagen und zur Kostprobe der Weine in den Kellereien auf Steinwärder. Die Führung der Gäste hatte Herr Direktor Tarlau übernommen und wurden die Gäste durch Herrn Bambus begrüßt. Es wurden bei diesem Weinfeste Reden gehalten von Prof. Lefmann-Heidelberg in deutscher, Moise Schwab-Paris in französischer, Prof. Gollancz-London in englischer, und von Er. Deutsch-Cincinnati und Er. Posnanski in hebräischer Sprache. Als Vorsitzender des Palästina- Vereins sprach Professor Er. Kautzsch-Halle, indem er das Werk, das hier vollbracht werde, aus den Schranken der nationalen Sonderung in die Sphäre der allgemeinen Humanität erhob. Jas Spinoza-Kaus in Mijnsburg. Ungefähr eine Meile von Leiden in Holland liegt das kleine Städtchen Rijnsburg — einer der Hauptplätze des Blumen-Zwiebelversandts. In einer Straße des Städtchens steht ein kleines, aus Backsteinen erbautes Haus mit roten Fensterläden und einem moosbewachsenen Dach. Alte Eschen beschatten die Front des Hauses, an die Hinterseite schließt sich ein Garten. Ueber der Thüre ist folgende Inschrift: Ach, waren all Menschen wijs En wilden daarbij wel Ee Aard waar haar een Paradijs Nu iss sij meest een hei. (Oh! wären alle Menschen weise, und hätten zarte und reine Gefühle — dann würde die Erde ein Paradies sein — jetzt gleicht sie eher einer Hölle). Hier lebte Baruch Spinoza, und die Straße, in der das Haus liegt, heißt „Spinozalaan" — Spinozastraße. Spinoza wohnte in Rijnsburg von 1661 — 1664. Seine Bekanntschaft mit den „Rijnsburger Freidenkern" — eine Sekte der holländischen reformirten Kirche, der noch 5000 Personen in Holland angehören — bewog ihn, seinen Geb uro rt Amsterdam zu verlassen. Das Haus wurde im Jahre 1899 renoviert Die Wände des Ganges, der zu Spinoza's Arbeitszimmer führt, sind mit Delfter Platten, flämische Soldaten, vorstellend, bedeckt; der Rauin selbst ist klein und hat Fenster. Die Wände sind weiß, die Thüren grün und der Boden aus braunen