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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-11-01 · Heft 11 (November 1902) · p. Seite 247

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 11 (November 1902)
Date
1902-11-01
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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247 int Schutzverband der letzteren zurück. Aus ihnen entwickelt sich die eigentliche Hamburger Gemeinde. An ihrer Spitze stehen 1657 drei Vorsteher und zwei Rabbiner. 1671 lösen sich diese Hamburger Juden von dem portugiesischen Protektorate los, das mit den Altonaern geschlossene Schutzbündniß tritt in Kraft. Von diesen waren 1657 etwa 36 Familien vor den Schweden nach Hamburg geflüchtet und hatten hier festen Fuß gefaßt. Daraus entwickelt sich die Altonaer Gemeinde in Hamburg. Daneben entsteht eine Filiale der Wandsbeker Gemeinde, deren ältester Schutzbrief aus dem Jahre 1671 stammt und die 1688 die Erlaub» niß erhält, Juden an anderen Orten in ihren Schutzverband aufzunehmen. Ein Beschluß der Bürgerschaft 1644, die deutschen Juden auszutreiben, kommt nicht zur Ausführung 1697 wird ihnen die Abhaltung des Gottesdienstes gestattet. Das Reglement der Judenschaft in Hamburg 1710 ordnet für länger als ein Jahrhundert ihre staatsbürgerlichen Verhältnisse. Die innere Geschichte der deutschen Juden, etwa zwischen 1645—1700, schildern uns die Memoiren der „Glücket von Hameln." Was diese Memoiren für das 17. Jahrhundert, bedeutet die Autobiographie Jakob Emdens (geb. 1697 in Altona) für das 18. Jahrhundert. Bon größter Tragweite war bekanntlich der Streit zwischen Emden und Eibenschütz. Die Akten über diesen Streit sind noch in voller Ausführlichkeit in den Staats» archiven zu Hamburg und Schleswig erhalten. Außer diesem Streit sind aus dem 18. Jahrhundert noch zu erwähnen: ein judenfeindlicher Tumult aus dem Jahre 1730, ferner eine Kipper- und Wipper-Beschuldigung (1736), über die uns eine jüdisch-deutsche Reichschronik berichtet, und Streitigkeiten zwischen Hamburg und Dänemark über die Jurisdiktion des Altonaer Rabbiners bis zum Lübecker Frieden. Wichtiges Material liefern die Grabschriften, deren Herausgabe zum größten Teil bereits vorbereitet ist, sowie die Gemeindestatuten, welche demnächst veröffentlicht werden sollen. Anläßlich dieses Kongresses hielt der Hamburger Prediger vr. Leimdörfer Samstag den 6. September beim Gottesdienst im neuen israelitischen Tempel eine Festrede, der außer der zahlreich erschienenen Gemeinde viele Teilnehmer des Kongresses beiwohnten. „Was ist die größte Gabe des Orients an den Occident?", so lautete das Thema. An der Hand des Prophetenwortes Jesaias 51, 16 antwortete vr. Leimdörfer in rhetorischer Meisterschaft: Es ist die Bibel, das Gotteswort, das den Himmel auf die Erde gepflanzt hat, den Himmel des Monotheismus, der allumfassenden Liebe und den prophetischen Messiasglauben mit seiner Idee vom Weltfrieden. Die Wissenschaft des Orientes, aus der das Lux mundi alltäglich aufsteigt, und ganz besonders die Erforschung der biblichen Literatur, aus der das Licht der allgemeinen Menschenveredlung hervorbricht, ist uns die Lösung des Rätsels unserer historischen Fortexistenz und zugleich ein Trost in unserer den Bibelidealen nicht zu holden Zeit. Zugleich aber schöpfen wir in unserer geliebten Vaterstadt, wo so ausgezeichnete Forscher und Gelehrte aus aller Herren

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