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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-11-01 · Heft 11 (November 1902) · p. Seite 246

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 11 (November 1902)
Date
1902-11-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Herr Oberrabbiner Dr. M. Gaster-London hielt einen Vortrag über der erste Druck der Hebräischen Pentateuchs in Hamburg. Redner legte eine Ausgabe der hebräischen Bibel ans dem Jahre 1663 vor, die in Hamburg in der Offizin von Rebelin gedruckt wurde. Die Ausgabe dieser Bibel ist äußerst selten, denn außer in der Bibliothek in Oxford hat Redner bis jetzt noch kein zweites Exemplar entdeckt, und selbst Herr vr. Behrmann sen. erwähnt in seiner Schrift „Hamburgs Orientalisten" dieses Buches nicht. Auch die Hamburger Stadtbibliothek besitzt, wie Redner sich überzeugt hat, kein Exemplar dieses Werkes. Als Herausgeber wird Tebele ben Benjamin aus Posen genannt, der 1700 gestorben und in Ottensen begraben, und auf dessen Grabstein sich die Angabe befindet, daß er der Herausgeber des ersten hebräischen Pentateuchs in Hamburg gewesen ist. Die Ausgabe lehnt sich unzweifelhaft an die Bibelausgabe von 1632 an, die Joseph ben Israel, Sohn des berühmten Manasse ben Israel in Amsterdam herausgegeben hat. Am Schluß seines Vortrages teilte Herr vr. Gaster noch mit, daß er zur Erinnerung an den 13. internationalen Orientalisten-Kongreß die Ausgabe des ersten in Hamburg gedruckten Pentateuchs der Hamburger Stadtbibliothek zum Geschenk gemacht habe, da diese das Werk bisher nicht besitzt. Herr vr. M. Grunwald-Hamburg, hielt einen Vortrag: lieber die Hamburger portugiesischen und die hochdeutschen Juden. Am 3. September 1652 ist die Hamburger portugiesisch-jüdische Gemeinde gegründet worden. Die Einwanderer kamen zunächst aus Portugal, dafür sprechen Hamburger Urkunden zwischen 1603 und 1757. Ein weiteres Kontingent stellte Flandern. Wir kennen Familien, die aus Amsterdam, Antwerpen und Dünkirchen stammen. Aus Flandern kam auch Abraham Teixera, der reichste Jude Hamburgs. Bedeutend ist der Zuzug aus Italien. Der Ritus der Hamburger Gemeinde, von dem der Amsterdamer wesentlich verschieden, lehnt sich an den von Livorno an. Außer Familien, wie Italiener, Ascoli und ähnlichen Familien, finden wir solche, welche angeblich mit Titus nach Rom gekommen sind, so die de Rossi, Galego u. s. w. An der Spitze der Gemeinde stehen anfangs bedeutende Gelehrte und Dichter, zu deren Biographie die Grabsteine des Altonaer Friedhofes viel neue Daten bieten. Der Friedhof überrascht durch die Pracht der Grabsteinbilder, welche dem biblischen wie nachbiblischen Gedankenkreis, der Antike, wie der Renaissance, ihre Motive entlehnen. Einmal findet sich sogar ein Todtentanz abgebildet. Deutsche Juden sind erst seit 1582 in Hamburg nachzuweisen. 1614 wird etlichen, die sich vermutlich seit vier Jahren daselbst aufgehalten, das Asyl gekündigt. Erst von 1627 kann von einer eigentlichen Niederlassung die Rede sein. In den dänischen Privilegien von 1641 werden Schutzjuden des Königs in Hamburg, Altona und Wandsbeck genannt. 1644 fliehen die Altonaer vor den Schweden nach Hamburg, aber fünf Jahre später müssen alle deutschen Juden Hamburg verlassen. Einige blieben unter dem Titel „Dienstboten der portugiesischen Juden"

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