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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-10-01 · Heft 10 (Oktober 1902) · p. Seite 238

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 10 (Oktober 1902)
Date
1902-10-01
Page
Seite 238 (sequence 23)
Language
German
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238 und edle Aufgabe das israelitische Volk zu bilden, oder dem Fachgelehrten nützlich zu sein. Eine Schrift, welche beide Eigenschaften besitzt, ist die in Gitomir (Rußland) im Jahre 1900 iw Selbstverläge des Verfassers erschienene hebräische Monographie „R. Israel Baal-Schem, sein Leben und Wirken", gr. 16", IV und 117 Seiten, Preis 60 Kop., von Abraham Kahana. Der Autor, durch mehrere hebräische Abhandlungen und Bücher als Literat bekannt, hat sich besonders mit dem Projekt, den Chassidismus zu beschreiben, ein großes Verdienst erworben, wenn auch gerade Jost in seiner dreibändigen „Geschichte des Judentums und seiner Sekten", den Chassidismus wissenschaftlich behandelt hat. Was Chassidismus ist? Eine Sekte, welche dem Fanatismus blindlings anhängt, ihren „Zaddik" als einen Gott anbetet und „jedes" Schicksal seinem Thun und Lassen, zuschreibt. Deutlicher ist der Chassidismus bei Jost (a. a. O., III. Abt. Leipzig 1859, pag. 186) geschildert. Es heißt daselbst: „Das Leben der Sekte pulsiert in dem jedesmaligen Zaddik, welchem jedes Mitglied blind zu glauben schuldig ist, wodurch allein Vollkommenheit der Seele gewonnen wird; denn durch bloße Gespräche mit dem Zaddik wird der gemeine Mensch zu Gott emporgehoben, daher hat jeder die Psticht, den Zaddik seines Bezirks aufzusuchen." Was Mendelssohn de» deutschen Juden, das war Rabbi Israel Baal-Schem dem Chassidismus. Wenn wir auch Sabbathai Zewi als Begründer dieser Sekte kennen, so ist doch der spätere Förderer und Stifter des Chassidismus Rabbi Israel Baal-Schem. Er ist nach Graetz '1698 und nach Kahana 1690—1695 (S. 4) in Tlust, einem kleinen Städtchen in der Walachai geboren. Sein Vater Elieser, war ein frommer aber simpler Mann, der sich vom Verdienste seiner Frau Sara, — welche eine Hebamme war, — ernährte (S. 8). Kahana, welcher zwar ein sehr lesenswertes Büchlein über das Leben und Wirken des Rabbi Israel Baal-Schem liefert, weiß jedoch nur weniges, das historisch berücksichtigt werden kann. Das Leben und Weben dieses „göttlichen" (?) Mannes ist mit Sagen und Legenden umwoben. Er vertieft sich in die Kabbala, führt ei» kummervolles einsames Leben, und erreicht bald eine solche Höhe, daß er als Autorität galt. Er heilt Kranke, erlöst Seelen, welche von Dämonen besessen find, er kennt die Zukunft und urteilt über Leben und Tod. Nach dem Tode des Baal-Schem (1760) fängt erst neues Leben in dieser Sekte zu pulsieren an. Seine Schüler bemühten sich nicht bloS seine Lehren zu beobachten, sondern suchten dieselben zu verbreiten und fortzupflanzen. Einer seiner eifrigsten Anhänger war Rabbi Nahum Czarnvbler, geb. 1730, gest. 1798, dessen Lebensgeschichte 1902 unter Titel „Rabbi Nahum Miczarnobel" von S. A. Horodezky in Berditschew (Rußland) erschienen ist. An einer anderen Stelle haben wir die Fähigkeiten dieses jungen Autors hervorgehoben und wollen uns hier mit genannter hebräischer Monographie befassen. Horodezky hat mit der Herausgabe genannter Broschüre . zur Geschichte des Chassidismus einen wissenschaftlichen Beitrag geliefert. CzarNobler AÄ war mit der Kabbala eng vertraut (S. 9) und hat zeitweise Rabbi Israel Baal- > .'(M W ■ . ii //i M Ä M 'Äii

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