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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-10-01 · Heft 10 (Oktober 1902) · p. Seite 219

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 10 (Oktober 1902)
Date
1902-10-01
Page
Seite 219 (sequence 5)
Language
German
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219 und Beruf zur wissenschaftlichen Arbeit treibt, mit ausreichenden Stipendien versehen, damit aus ihnen ein Stamm von zulänglichen Lehrkräften uns gesichert werde, dessen wir zur Ausbildung unserer Theologen sowie zur würdigen Ausgestaltung unserer Wissenschaft dringend bedürfen. Wir fordern weiterhin gediegene nnd ansgebreitete, das Ganze unserer Wissenschaft umfassende Werke, welche durch unsere Gesellschaft gefördert und in ausgiebiger Weise unterstützt werden sollen. Die Gesellschaft soll drittens Jahresversammlungen veranlassen, wie sie in anderen wissenschaftlichen Zweigen üblich sind, zu denen die Bertreter unserer Wissenschaft sich einfinden, um den Stand der Fragen zu erörtern und eine Verständigung über die auszuführenden Maßnahmen zu erzielen. Endlich erscheint die Herausgabe einer Zeitschrift oder die Unterstützung eines schon bestehenden Unternehmens geboten, in der wertvolle- Einzeluntersuchungen eine Stelle und genügende Verbreitung finden, und in der eine gründliche und unparteiische Besprechung aller in Frage kommenden Neuerscheinungen veröffentlicht wird. Wir berufen auf Sonntag, den 2. November, 10 Uhr Vormittags eine Versammlung der interessierten Kreise nach Berlin, Wilhelmstraße 118 III, in welcher die Vorbereitungen stattfinden werden und die Konstituierung der Gesellschaft erfolgen soll. Wir zweifeln nicht daran, daß unsere Glaubensgenossen die Bedeutung unseres Planes einsehen und beherzigen und mit Begeisterung für denselben eintreten werde«. So möge aus dem Enthusiasmus» der allezeit für da« Studium der Lehre mit unserer Religion verbunden war, neues, kraftvolles, wiffenschaftlicheS Leben sich entwickeln. Me Stellung der Yeforrn zum Hermonialgeseß. In dem jüngst aus dem Nachlasse des Herrn vr. Immanuel Heinrich Ritter durch Herrn Rabbiner vr. Samuel herausgegebenen Buche: „Geschichte der jüdischen Reformation" (Berlin 1902. Verlag von Emil Apolant) findet sich eine AuSführupg, die die Stellung der Reform zum Gesetze klar zum Ausdruck bringt und die wir hier auf Wunsch gerne folgen lassen, weil sie zugleich die Gesinnung vieler Glaubensgenossen, die mit dem Gesetze gebrochen haben und doch dem Judentum mit ganzem Herzen angehören» treu wiedergibt: In unserem öffentlichen und häuslichen Gottesdienste finden die biblischen Ceremonien keine Anwendung. Wir legen keine Gebetriemen (Tefillin) an, hüllen uns nicht in den Gebetmantel (Tallith) mit seinen Schaufäden, wir blasen am Neujahrstage nicht in das Widderhorn (Schofar), schütteln nicht den Feststrauß und sitzen nicht im Laubzelt am Hüttenfeste; wir erneuern das Andenken an die Befreiung aus Egypten nicht

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