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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. Seite 201

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Date
1902-09-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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201 Menschen niemals seinen Wert und seine Wahrheit verlieren wird .... Das herzliche Mitleid mit den Sündern und Ausgestoßenen, die Demut des treuen Retters der Seelen, überbrückt, während es nie aufhört, die Abscheulichkeit der Sünde klarzustellen, ja vernichtet den moralischen Abgrund zwischen dem verworfensten Verbrecher und ihm selbst und kennzeichnet die zwei größten Seiten des Christentums in ihrer höchsten und edelsten Derselbe schreibt in seinen Vorträgen über die Ansprüche und das Wachsen der Religionen (S. 551), daß, wenn das Judentum noch eine hervorragende und fruchtbare Stelle in der Geschichte der Religionen einnehmen soll, es jene beiden Grundsätze harmonisch mit sich verschmelzen müsse. Und ferner in seiner Zeitschrift .lew. Quart. Review (s. Wolkenberg, Theory and practice of Judaism and Christianity, London, S. 25): „Jeder kritische Versuch, den wahren Charakter und die Lehre des wichtigsten Juden, der je gelebt hat, zu bestimmen, eines Mannes, der einen größeren Einstuß auf die Menschheit und Civilisation geübt hat als jede andere Person, sei es aus dem jüdischen Stamm oder außerhalb desselben, ist sicherlich geeignet in einem Blatte genannt zu werden, welches der jüdischen Geschichte, Litteratur und Religion gewidmet ist. Ein Buch, das die Lehre eines Juden enthält, dessen Leben und Charakter von fast allen guten und weisen Menschen, die von seinen Thaten und Worten gehört oder gelesen haben, als das größte religiöse Vorbild für alle Zeiten betrachtet worden ist, ist, möchten wir sagen, von vorn herein der Aufmerksamkeit jüdischer Leser wert. Ich glaube, daß ein Hauptsatz in der Lehre Jesu war: innerliche Reinheit. Die Rabbinen sprechen auch von Unserm Vater im Himmel; aber sie thaten es erst seit dem Anfänge der christlichen Zeit. Jesus hat jedenfalls diesem Ausdruck eine besondere Nüance der Schönheit und Liebe gegeben. Ein bemerkenswerter und, ich möchte sagen, ursprünglicher Zug in der Lehre Jesu ist der. welcher die Sünde betrifft. Die Sünder und die Ausgestoßenen haben in jedem Zeitalter eine Schuld der Dankbarkeit gegen Jesum." Oswald I. Simon (vgl. Friend of Israel, Jan. 1897, S. 11), gleichfalls einer der hervorragendsten Juden Englands: „ Jesus selbst, dieser hervorragende Jude, dessen Verkennen seitens seiner Zeitgenossen eins der beklagenS-- wertesten Ereignisse in der Geschichte der Menschen ist, wandte sich nur an seine Religionsgenossen." Jsr. Zangwill (s. Engl. Illustrated Magazine, Dez. 1896, S. 3; Friend of Israel, Jan. 1897, S. 12), der bekannte jüdische Novellist, legt seinem Helden Zußmann die Wort in den Mund: „Die sind nicht etwa für nichts gestraft worden! Nein sie haben ihren größten Sohn verleugnet; denn, wie er selbst sagt: „ich bin gekommen, das Gesetz Mosis zu erfüllen." Haben nicht alle Propheten, seine Vorgänger, ganz ebenso gegen das bloße Formen- und Opferwesen geeifert? Haben nicht die Lehrer in Israel, die ihm folgten, ebenso wie er auf ein reines

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