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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 183

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Date
1902-07-01
Page
Seite 183 (sequence 39)
Language
German
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183 New-Aork Mk. 25000 zum Kapitalfonds überwiesen. Die Mädchenabteilung zählt 14 Zöglinge, die schulpflichtig sind. Für die der Schule entwachsenen Mädchen sorgt die Marie Dreyfus-Stiftung. Diese Abteilung erhielt zur Renovieruilg des Hauses von Frau Goldschmidt von Rothschild Mk. 12000. Die Grundsteinlegung des Neubaues der Knabenabteilung, wozu die Mittel von Frau Baron Edmund von Rothschild in Paris zur Verfügung gestellt worden sind, erfolgte am 13. Jan. Von Geschenken ist noch ein Legat des verstorbenen Jakob Plaut in Nizza von Mk. 10 000 zu erwähnen.— Durch die Banthätigkeit in den älteren Teilen der inneren Stadt Wien sind in den letzteren Jahren mehrfach Funde zu Tage getreten, die für die ältere Geschichte Wiens in vieler Hinsicht von besonderem Interesse sind. Auch in der letzten Zeit wurde beim Neubau an der Ecke der Rotenturmstraße und Kohlmesfergasse ein beachtenswerter Fund gemacht. Er besteht aus vier Steinen mit hebräischen Inschriften, von denen drei Grabsteine sind, der vierte, stark verwitterte und schwer lesbare möglicherweise eine Bauinschrift trug. Von den Grabsteinen ist nur einer fast ganz, von den beiden anderen sind nur Bruchstücke erhalten; doch läßt sich der eine dieser beiden genau datieren: er zeigt gleich dem vollständigen das gleiche Jahr 5007 der Erschaffung der Welt, das ist 1247 gewöhnlicher Zeit. Auch der dritte Stein dürfte in dasselbe Jahrhundert, etwa in das Jahr 1290 bis 1290. gehören, während der vierte vielleicht auf's Jahr 1310 weist. Diese Grabsteine sind die drei ältesten datierten, die bis jetzt in Wien erhalten sind und sie gehören überhaupt zu den ältesten ausdem Mittelalter erhaltenen und datierten Steinen; es giebt nur sehr wenig ältere. In den letzten Jahren sind wohl mehrfach hebräische Grabsteine gefunden worden, so vor einigen Jahren vier Fragmente in der Spiegelgasfe Nr. 6, im Vorjahre zwei in der Wipplingerstraße Nr. 29. Jene waren, der Schrift nach zu schließen, vielleicht älter, aber undatiert. Der älteste jüdische Friedhof in Wien befand sich vor dem Kärntnerthor; er ivurde im Jahre 1455 nach der Versagung der Juden den Bürgern überlassen. Gleich den früher zu Tage getretenen waren auch die neugefundenen Steine als Baumaterial im Fundamente des abgetragenen Hauses verwendet worden. Will man nicht annehmen, daß jener Friedhof so alt war und daß die Steine so weit verschleppt worden sind, so darf man vielleicht vermuten, daß ein älterer Friedhof sich in der Nähe des von den Juden bewohnten Stadtteils, dessen Mittelpunkt der heutige Judenplatz war und der über die heutige Wipplingerstraße und andere Teile hinabreichte, sich befunden habe. Die an sich wegen der schönen, tief eingegrabenen Schrift interessanten, zumal für die Geschichte der Juden in Wien zur Zeit der Babenberger und der ersten Habsburger wichtigen hebräischen Inschriften wurden dem Museum beV „Gesellschaft für Sammlung und Erhaltung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums" überlassen. - In Wien starb einer der sympathischsten, angesehensten und geachtetsten Vertreter der österreichischen Finanzwelt, der Direktor der österreichischen Kreditanstalt, Gustav Ritter von Wauthnrr. In verhältnismäßig jungen Jahren an die Spitze eines Jäten®*

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