Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 184 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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184 großen Institutes berufen, wußte er durch seine Sachkenntnis, seinen Fleiß, seine unverbrüchliche Rechtlichkeit und nicht zuletzt durch seine persönliche Liebenswürdigkeit sich allgemeine Sympathieen zu erwerben. — Man berichtet aus Wien: Hier ist nach langem schweren Leiden der Rabbiner und Prediger an der Fünfhauser Synagoge der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Jonathan Wolf, im 62. Lebensjahre gestorben, vr. Wolf fungierte als Religionslehrer für Volks- und Bürgerschulen und leitete auch die Lehrerpräparandie der Kultusgemeinde. — In Wien starb am 10. Juni Herr Jakob Herst, der Vater des Herrn vr. Th. Herzl, im 67. Lebensjahre. — Die israelitische Kultusgemeinde in Prag hat ein reiches, handschriftliches Material betreffs der Geschichte der Juden Prags (ca. 23 Druckbogen) aus den Jahren 1302 bis 1644, von dem bisher noch nichts erschienen ist, erworben und beabsichtigt die seinerzeitige Herausgabe desselben. — Die Franzosen beschäftigen sich mit der Erweiterung ihres Bahnnetzes in Syrien. Es handelt sich um eine Eisenbahn mitten durch Coelesyrien. Der Ausgangspunkt ist Riak bei Moallaket-Zachre an der Beirut-Damaskus-Bahn, der Endpunkt Hama; in der Mitte liegen Baalbeck und Homs. Dieser Bahnbau bietet keine Schwierigkeiten und kann in zwei Jahren leicht fertig werden. Die Strecke beläuft sich aus 200—300 Kiloineter und soll vollspurig werden. An der Ertragfähigkeit dieser Strecke ist nicht zu zweifeln, denn Coelesyrien ist bekanntlich sehr fruchtbar, und Homs und Hama sind große, betriebsreiche Städte mit bedeutender Bevölkerung. Auch Beirut wird durch die Erweiterung des syrischen Bahunetzes auf Kosten von Tripolis bedeutend gewinnen. Dabei bleibt es indessen immer unnatürlich, den Verkehr von Coelesyrien nach Beirut zu lenken, anstatt in gerader Richtung nach Akka und Haiffa. Die im Bau stehende Bahn soll später über Aleppo bis zur Euphratbahn weiter gebaut werden. Übrigens machen die schon bestehenden Bahnen in Syrien und Palästina gewiß noch keine glänzenden Geschäfte, namentlich kommt die Bahn von Beirut nach Tripolis und Saida nicht zur Entwicklung. Einstweilen ist nur die Strecke Beirut-Mamilten in Betrieb. — In Lissabon wurde am 25. April eine große Synagoge ihrer Bestimmung übergeben. — Die Konferenz amerikanischer Rabbiner, welche jüngst in Uew-Grlrans tagte, hat sich u. A. abermals mit der Frage des Sonntagsgottesdienstes beschäftigt und nach längerer erregter Debatte beschlossen, mit der Vorprüfung der Angelegenheit eine Kommissiou zn betrauen, welche eine Enquete innerhalb der jüdischen Gemeinden der Union veranstalten und ihre Ergebnisse der nächstjährigen Konferenz mitteilen soll. — In London fand jüngst eine Konferenz sämmtlicher jüdischer Litteraturvereine Englands statt. Es handelte sich um Begründung sines Verbandes und um das Projekt einer populären jüdischen Zeitschrift. — In London wurde ein englisch-jüdischer Gemeindebund begründet. Sir Samuel Montag» wurde zum Präsidenten gewählt. — Man berichtet aus Pari«: Baron Alphonse Kothschild's 50jähriges Jubiläum als Präsident des Zentral- Konfistoriums der Juden Frankreichs wurde am 26. Mai in dem in der Rue