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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 181

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Date
1902-07-01
Page
Seite 181 (sequence 37)
Language
German
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181 von einem gewisse» Teil der deutschen Presse so oft und schwer angegriffen worden, weil man ihm einen großen Einfluß auf den Kaiser zuschreibt und weil er jüdischer Herkunft sein soll. Wenn das Letztere richtig sein sollte, so hat — das muß jedermann, wenn er ehrlich sein will, anerkennen — Herr Ballin in dieser großen wirtschaftlichen und politischen Frage des Schiffahrtstrustes einen selbstlosen deutschnationalen Standpunkt eingenommen, deni man die Anerkennung nicht verweigern kann. Wie viele seiner Gegner hätten sich mit einer Million Dollars Jahresgehalt und sogar sehr viel darunter, für de» Morgantrust „kaufen* lassen!" — Die Kuranstalt in Soden a. G. für arnie Israeliten hat ihren Bericht für 1901 herausgegeben. Dieser gedenkt pietätvoll an erster Stelle des Mannes, in dem die Anstalt ihren hervorragendsten Gönner und Wohlthäter betrauert, des Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild. In dankbarer Erinnerung an den Dahingeschiedenen erhielt die Anstalt von dessen Hinterbliebenen für den Kapitalfond den Betrag von 10000 Mk. und für den gleichen Fonds ein Legat des sel. Baron Adolphe von. Rothschild in Paris im Betrage von 5000 Mark. Ferner wurden von Frau Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild 5000 Mk.. von Herrn Max B. H. Goldschmidt 5000 Mark und von Frau Baronin Edmund von Rothschild in Paris 6780 Mark für den Betriebsfonds überwiesen. Wenn auch durch die vorerwähnten Zuwendungen die Einnahmen sich günstiger gestalteten als im Vorjahre, mußten dennoch die Leistungen leider etwas eingeschränkt werden, da bei der größeren Frequenz im vergangenen Jahre die Räumlichkeiten sich als unzureichend erwiesen haben. Es war nicht möglich, mehr als 214 Patienten gegen 241 in 1900 in den jetzigen Gebäuden aufzunehmen. In Frankfurt, wo die Wohlthätigkeit in so hohem Maße ausgeübt wird, werden sich sicher Glaubensgenossen finden, auch hier zur Förderung wohlthätigster Menschenliebe freudigst einzugreifen. Die Einnahmen betrugen Mk. 79151.19, die Ausgaben 73319.31, das Baarvermögen Mk. 170831.88 — Vom Bureau des D. I. G. B. in Kerlin schreibt man uns: Die auf Kosten der hiesigen jüdischen Gemeinde vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde errichtete provisorische Fürsorge- Erziehungsanstalt für jüdische Mädchen in Plötzensee bei Berlin wird am 2. Juni d. Js. eröffnet werden. Sie ist zunächst nur für Zöglinge aus der Berliner Gemeinde bestimmt. Indes erklärt sich der Geineindebund bereit, auch Zöglinge aus solchen jüdischen Gemeinden Deutschlands aufzunehmen, die entweder in Übereinstimmung mit den« Beschlüsse des IX. Gemeindetages, ihren Beitrag für den Bund, auf annähernd l°/o ihres Steuereinkommens erhöht haben, oder die sich verpflichten, für die der provisorischen Anstalt zu überweisenden Zöglinge den Teil der Kosten zu tragen, der nicht durch die von den Provinzialbehörden zu entrichtenden Pflege- «ind Ausstattungsgelder gedeckt ivird. — In Weimar versammelte sich jüngst die „Freie deutsche Studentenvereinigung" zu ihrem dritten Kongreß. Wie man »veiß, giebt es auch in der Finkenschaft eine starke antisemitische Ströinung. Diese kam in der Debatte über die Stellung zu den an deutschen Universitäten studierenden

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