Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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155 man wieder nach den alten Verordnungen. Deshalb nannte Laktanz ihren Sammler einen Haupturheber der Christenverfolgungen. Für Israel und die Christenheit war es ein schwerer Schlag, daß Alexander bereits 235 ermordet wurde. Er hatte sich im Osten gegenüber dem Perserkönig Artaxerxes als einen tüchtigen Feldherrn erwiesen. Wahrscheinlich wäre er auch im Westen der nach Gallien eingedrungenen Germanen gegenüber Sieger geblieben. Aber seine Truppen wollten sich die strenge Manneszucht, die er ausübte, nicht gefallen lassen. Sie empörten sich und schlugen ihn in der Nähe von Mainz nieder. Mit ihm starb als zweites Opfer des Aufruhrs seine Mntter, die ihm gefolgt war, wie sie ihm während seiner ganzen Regierungszeit mit ihren hohen Geistesgaben gedient hatte. Eine tiefere Einsicht in das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum gewann der menschenfreundliche Philosoph im Kaisermantel nicht. Wie schade ist es, daß nicht außer den Rechtsgelehrten Ulpian und Paulus auch Christen wie Origenes oder Tertullian zu seiner näheren Umgebung gehörten! Er hätte dann erkannt, daß die alte Weissagung Noahs innerhalb der Kirche in Erfüllung geht, nach welcher Japheth in Sems Zelten wohnen soll. Das Heil, welches die Christenheit genießt, kommt ja von den Juden. Die Sonne der Gerechtigkeit, die uns leuchtet, ist im Morgenlange aufgegangen: nicht in Syrien, wo der falsche Sonnengott des Heliogabal. verehrt wurde und der Kaiser, der Juden und Christen liebte, zu Hause war, nicht in Phönizien, dem Heimatlande des großen Ulpian, sondern in Palästina, dem von Gott hochgeachteten Erblande des auserwählten Volkes Israel. Khristkiche Lobredner des Akten Testaments. Ein ungenannter Arzt schrieb 1896 im „Nachbar": „Alle Wissenschaft ist j nur das Lallen und Stammeln des halbträumenden Kindes gegen die hohe Wissen- J schuft, Weisheit und Wahrhaftigkeit, die mit eherner Stimme wie Glockenton heraus- | spricht aus dem alten, so viel verachteten, so wenig verstandenen ersten Buche Moses, , : welches ganz zu verstehen auch ich mir nimmer herausnehme, dessen heiliger Ernst .■! und Gottesweisheit mich aber in die unergründlichen Tiefen der Wahrheit hinein- » lockt." — Der bekannte Geschichtsschreiber B. G. von Niebuhr pries die Aufrichtigkeit ’ und Zuverlässigkeit der a. t. Geschichtserzählung mit folgenden Worten: „Ganz allein das Alte Testament macht (vor allen andern Geschichtswerken) von der; patriotischen Unwahrheit eine Ausnahme. Nie verhüllt und verschweigt es ein . Unglück des Volkes, dessen Geschichte in ihm dargestellt ist. Seine Wahrhaftigkeit! ist die höchste in der Geschichtsschreibung, auch für den, der an keine Inspiration glaubt. Zugleich aber muß ich für das Alte Testament wie die unbedingte Wahrhaftigkeit, so auch die genaueste Richtigkeit unter allen Geschichtsquellen in Anspruch -■