Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1902)
- Date
- 1902-06-01
- Page
- Seite 141 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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141 200 Meter breit und 400 Meter lang. — Der König von Italien hat den General Gttolenghi znm Kriegsminister ernannt. — In London ist Frau Nathaniel Montefiore, die Mutter von Claude Montefiore, eine allgemein hochgeschätzte Frau, im 83. Lebensjahre gestorben. — Zu Ehren Dr. Schechtero und seiner Gattin wurde anläßlich seiner Abreise nach NewDork, wohin er zum Leiter des jüdisch-theologischen Seminars berufen worden, in London ein Bankett gegeben, bei dem Oberrabbiner Adler den Vorsitz führte. Verschiedene Redner feierten den hervorragenden Gelehrten, man verlas eine herrlich ausgestattete Adresse und überreichte ihm prachtvolle und wertvolle Geschenke, so eine zwei Fuß hohe Chanukalampe aus Silber, eine silberne Sederschüssel, ein Service und anderes. — Über das Judentum in Afrika macht Herr Leo Weinthal in der „Jewish World" einige interessante Angaben. Er beziffert die in Afrika ansässigen Semiten auf 400,000, von denen allein 20,000 auf Südafrika entfallen. Die jüdischen Pionniere, sagt der Autor, haben sich um die Entwickelung Südafrikas große Verdienste erworben und bekleiden heute in allen Verwältungszweigen des Landes angesehene Stellungen. Am Schlüsse der lesenswerten Abhandlung lobt der Verfasser das Abhandensein jedes Antagonismus im „sonnigen Südafrika," und giebt der Hoffnung Raum, daß auch in Zukunft daselbst religiöse Gegensätze unbekannt bleiben mögen. — Der von der russischen Regierung zur Beaufsichtigung der jüdischen Ansiedelungen im Gouvernement Jekaterinoslaw angestellte Direktor Kowalski, weder Jude noch Judenfreund, giebt aus Gerechtigkeitsliebe diesen jüdischen Bauern ein wirklich glänzendes Zeugnis. Er berichtet: „Man muß selber längere Zeit sich in den jüdischen Dörfern von dem Fleiße und der Sauberkeit der zehntausend jüdischen Bauern des Gouvernement Jekaterinoslaw überzeugt haben. Jedes jüdische Dorf macht auf den Fremden den Eindruck einer Musterwirtschaft; die Straßen zeichnen sich durch Sauberkeit aus und die Häuser sind mit Vorgärten umgeben, in denen die jüdische Bäuerin ihr Gemüse u. s. w. baut. Kein Dorf besitzt eine Schenke oder Verkaufsstelle für Schnaps; die Leute sehen gesund und blühend aus und die jüdischen Rekruten aus diesen Dörfern werden in der Regel zur Artillerie genommen. Die vielfach verbreitete Ansicht, die Juden eignen sich für die Landwirtschaft nicht, wird durch die jüdischen Kolonien des Gouvernements Jekaterinoslaw gründlich widerlegt. Ich selber bin bis vor wenigen Jahren dieser Ansicht gewesen. Jetzt bin ich jedoch eines Besseren belehrt worden und bin fest davon überzeugt, daß unter gewissen Verhältnissen aus jedem Juden ein vorzüglicher Bauer werden kann." Auch die jüdischen Tabakbauern in Südrußland sind fleißige und ordentliche Landleute. Der Tabakbau, welcher bis vor 20 Jahren in Südrußland in hoher Blüte gestanden hat, ist mit dem Inkrafttreten des Gesetzes im Jahre 1882, durch welches der Bauer in dem Betrieb seines Produktes sehr eingeengt worden ist, rapid zurückgegangen., Gegenwärtig liegt der Tabakbau in den beiden Gouvernements Befsarabien und Podolien ausschließlich in den Händen der Juden, die ihren Produkte»