Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1902)
- Date
- 1902-06-01
- Page
- Seite 135 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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*m*9***t^ r:^ >, *\ "'Jr* '"'“"'t; "’’ '"'*~'r ™~"' ^. - w*v" - 135 - größten Genies, welche die Welt je hervorgebracht hat; «der er war, wie alle Genies, etwas außerhalb des allgemeinen Gleichgewichts, indem er um 10 Jahrhunderte die Emanzipation der Sklaven vorausnahm und um 20 Jahrhunderte den Sozialismus und die Emanzipation der Frauen." Prof. David Castelli in Florenz (s. daselbst): „Jesus erfüllte m einem gewissen Sinne in seiner Person die Prophezeiungen des alten Testaments, sie erreichten in ihm eine Höhe, über welche man nicht hinaus kann. Er war der große Lehrer der Menschheit, verbreitete unter allen Völkern die Grundsätze der Moral und Humanität, welche bis dahin in die Grenzen des Judentums eingeschränkt geblieben waren." Großbritannien. Felix Adler in London (s. M. Wolkenberg, Israel'« Nission to the World, London 1896): redet die jüdifch-litterarische Gesellschaft der Makkabäer W: „Warum sollen wir nicht Jesus und Paulus unter die größten jüdischen Wohlthäter des Menschengeschlechts zählen und natürlich dessen Dank für das jüdische Volk in Anspruch nehmen, das trotzdem die Autorität dieser beiden für sich selbst ablehnt?" Ar. Simon Stern über den Talmud. Der Talmud besteht aus Mischnah und Gemara. Alle drei Ausdrücke bedeuten dasselbe wie Thorah, „Lehre", und zwar religiöse Lehre. Die Mischnah um das Jahr 200 abgeschlossen und von dem Patriarchen Rabbi Jehuda redigiert, enthält die Aufzählung der bis zum Jahre 200 entstandenen Vorschriften nach Materien geordnet. R. Jehuda nimmt bei Vorschriften, über die verschiedene Meinungen herrschen, auch die gegenteiligen Meinungen auf mit Erwähnung der Namen der Talmudweisen, die sie tradierten. In solchen Fällen wird die endgiltige Entscheidung nicht angeführt, es bestehen aber bestimmte Regeln, nach denen die Entscheidung zu fällen ist. Wenn mehrere Rabbinen sich für die eine, ein einzelner sich für die entgegengesetzte Entscheidung aussprechen, ist die Entscheidung nach der Mehrheit zu treffen. Des Lehrers Entscheidung istmaßgebender als die des Schülers und mehrere andere Grundsätze.. Häufig kommt auch in der Mischnah die Auslegung eines Bibelverses vor, oft auch eine historische Reminiscenz, besonders wenn sie den Ursprung und Zweck einer Einrichtung erklärt (z. B. Mischuah Rosch Hosch. II, 2—9 und viele andere Stellen). ■ Die Mischnah besteht ans den bekannten sechs Ordnungen, jede Ordnung aus Traktaten, jeder Traktat ist in Kapitel eingeteilt, die in einzelne Lehrsätze zerfallen. Jeder Lehrsatz heißt wieder Mischnah wie das ganze Werk. Die Weisen der Mischnah heißen Tanaim. Lehrer.