Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1902)
- Date
- 1902-06-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 131 — das zwei Jahrtausende alte Problem: „Was ist der Jude? Was will er? Was ist seine Zukunft? einer endgiltigen, allgeniein befriedigenden Entscheidung zuzufiihren.- Jhr Rabbiner Europas thätet gut daran, su inass« im Frühling des Jahres 1904 Herzl und Nordan auf ihrer transatlantischen Seefahrt zu begleiten, um das jüdische Leben in Amerika zu studieren und Euch eventuell in einer großen Generalsynode mit Euren hiesigen Kollege» zu begegnen. In den hiesigen Synagogen, dessen werdet Ihr Euch bald überzeugen, weht frische Morgenluft: hier betrachtet man die Gotteshäuser nicht länger als eine Art religiöser Gemeindeapotheken. Die Religionsschulen, Versammlungssäle, Bibliotheken rc. bilden natürliche Annexe derselben. Sie werden wieder, was sie im Mittelalter waren: das Haus der Gemeinde. Dies kam mir so recht zu klarer Anschauung, als id| jüngst dem 25jährigen Rabbinerjubiläum dcs Dr. F. de Sola Mendes beigewohnt hatte. Weine ursprüngliche Absicht war, unter dem Titel „Ein amerikanisches Rabbinerjubiläum" meinem Freunde und Encyklopädie-Kollegen ein Blatt der Erinnerung zw widmen: aus der kurzen Einleitung wurde eine Serie von Artikeln. Die letzten drei Jahre habe ich als Herausgeber den blauen Stift geführt; mögen einmal meine europäischen Kollegen und Freunde über meine Arbeit zu Gerichte sitzen. Neujüdische Stimmen üver Zesum Hhristum. J , Bon Lic. de le Roi, Pastor emer. in Schweidnitz. („Nathanael"). (Fortsetzung). I) Abraham Krochmal in dem hebräischen Werke: „‘Jjjun Tephilla oder historische Forschungen über die Idee der Relation des Menschen zu Gott," (Lemberg J 1885, 68—79) nennt Jesum den Erleuchter der Völker. Er sei Essäer gewesen, habe in Alexandria die ägyptischen Wissenschaften kennen gelernt und das Gebet s für wertvoller als fromme Werke gehalten. Allein der Glaube, so habe er gelehrt, i sei' das rechte Mittel zur Seligkeit; alle geistlichen und leiblichen Gaben ein Gnadenj geschenk des liebenden Gottes, der die Barmherzigkeit, aber nicht Zorn und Gericht 4 übe und alle erhöre, die ihn in Wahrheit anrufen. Das hätte der Erlöser die J Völker gelehrt und er habe ihre Anerkennung gefunden. „Hat er nicht Millionen! unter die Fittige der göttlichen Majestät gebracht und die Menschen Zucht, Moral, i Recht und Glauben gelehrt durch die Macht seines heiligen Geistes?" Fanatische ' i Pharisäer hätten ihn allerdings angeklagt, aber seinen Tod nicht gewünscht; beim i so ernst sei ihr Streit mit ihm nicht gewesen. Aus politischen Gründen habe ' j Pilatus Jesum verurteilt. Philipp Schüsz („Palästinensische Geistesrichtung und religiöse Parteien zur Zeit Jesu, Wien 1898, S. 55): Jesus, der Sohn Josefs und der Maria.