Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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113 o Allvater, der Du heilest die gebrochenen Herzens sind, flehe ich: Sende den i Balsam deines Trostes in die Herzen derer, die Du hast geprüft, bewahre uns vor schweren Schicksalschlägen, Dein Name sei gepriesen für und für! Amen. ' Wonatsschau. In Frankfurt a. M. starb am 26. April Herr Georg Speyer, Seniorchef des Bankhauses Lazar Speyer-Elissen. Was er in humanitärer Beziehung geleistet j hat, wird für alle Zeiten unvergessen bleiben. In aller Erinnerung steht noch die J Millionenstiftung, die der Heimgegangene unter der Bezeichnung „Georg und ■ Franziska Speier-Stiftung" im Herbste des Borjahres zu wissenschaftlichen Zwecken j bestimmte. Das Andenken an den edlen Wohlthäter wird stets ein gesegnetes bleiben. , — Der Volksbildungsverein zu Wiesbaden hat in die Auslese der, von ihm herausgegebenen „Wiesbadener Volksbücher" nun auch ein Werk des jüdischen Dichters Leopold Kompert eingereiht. Er hat mit der Wahl der Novelle „Christian und Leah", die der Sammlung „Geschichten einer Gasse" entnommen ist, . ein Werk größeren Volkskreisen zugänglich gemacht, das von dem versöhnenden Geiste echter, die religiösen Unterschiede ausgleichender Menschenliebe getragen ist und die Kunst um eines der feinsten Charakterbilder bereichert: das Bild der? jüdischen Mutter „Sarah". Die geschmackvolle Ausstattung des Buches und der j billige Preis von 20 Pfennigen macht die Ausgabe wie keine andere geeignet, in | jeder jüdischen Familie einen Platz zu finden und in Volksbibliotheken und Lese- J Hallen ausgenommen zu werden. Sie ist von der Verlagsbuchhandlung Heinrich j Staadt in Wiesbaden zu beziehen, die auch die übrigen Volksbücher verlegt; Werke . von Sickens, Hauff, Raabe, Keller, Tolstoi u. s. w., sämtlich im Preise von 10 i bis 30 Pfennigen. Der Bolksbildungsverein verdient wegen der Verbreitung der, j lange nicht nach Verdienst gewürdigten Novelle aus dem jüdischen Leben allen Dank. — Die Berliner Akademie der Wissenschaften hat dem Professor K. Philippson eine Subvention von 6000 Francs zam Zwecke seiner in Kleinasien vorzu- ] nehmenden geologischen Untersuchungen bewilligt. — Im „Deutschen Reichsanzeiger" < veröffentlicht der Präsident der königlichen Akademie der Künste folgende Mit- 1 teilung: „Der Senat und die Genossenschaft der ordentlichen Mitglieder der künig- :--j lichen Akademie der Künste haben als zuständige Preisrichter in dem laut Bekannt- :;j machung vom 20. September 1901 für jüdische Maler aller Fächer ausgeschriebenen l Wettbewerb um das Stipendium der Ersten Michael Beer'schen Stiftung, im Betrage j von 2250 Mk., zu einer einjährigen Studienreise nach Italien den Preis dem A Maler David Moses, genannt Mose, aus Wien, zur Zeit in Venedig, zuerkannt." — \ Bei Gelegenheit der Erwählung eines Religionslehrers für die Jsrealitische Ge- ..