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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-05-01 · Heft 5 (1.5.1902) · p. Seite 104

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 5 (1.5.1902)
Date
1902-05-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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— 104 — sich zu der Dreieinigkeit Gottes und dem Gottmenschen zu bekennen, daß aber, wenn ihnen dies erlassen würde, der Uebertritt der Juden zum Christentum wohl möglich sei. „Denn das sittliche Ideal des Judenlums ist durch das christliche überholt, und so kann sich denn auch das Judentum mit der christlichen Liebesthätigkeit nicht messen. Das ist aber der Einfluß der Person Jesu. Er war der unsere und wie wäre nun wohl eine wahre Reform möglich, die nicht an ihn, den großen Reformator des Judentums, anknüpfte!" Erwähnt sei auch noch das Schriftchen eines andern pseudonymen Verfassers: „Zur Lösung der Judenfrage durch die Inden," mit dem Motto: „Auf, Israel, auf und ans Werk der Aussöhnung mit dem Christentum" von Mose Ben Hezekia (Berlin 1884). Er will, nicht daß die Juden zum Christentum übertreten, sondern sich über der Person Jesu mit einander versöhnen. So schreibt er über ihn: „Als Jude erzogen und gebildet, wollte Jesus als Jude leben, lehren und wirken. Nur in schärferer Fassung des Wesens Gottes und seiner Gebote wollte er nur die verlorenen Schafe Israels sammeln und einführen in das Reich Gottes, welches er sich mit Jerusalem als Hauptstadt, mit Gott als unsichtbarem Weltkönig und mit dem diese Herrlichkeit ersinnenden Gottesmanne selbst, dein Menschensohne, als sichtbarem König an der Spitze dachte. In seinem hehren Geiste war das.messianische Reich schon so lebhaft erstanden, daß er glaubte, es wäre ein Kleines, dasselbe wie in ihm, so in allen andern Menschen seines Stammes zu realisieren- Denn freilich für Gottessohn hielt er sich nur in demselben Sinne, wie wir uns alle Gottes Kinder nennen. Seine Lehre ist nur die höchste Vollendung des israelitischen Prophetentums und deckt sich nicht mit der Kirchenlehre; er ist aber der letzte und rechte Prophet in Israel." .Oesterreich-Ungarn. S. Heller, in Prag: „Zur Charakteristik der Schriften und Schrifsteller des Neuen Testaments" (Prag 1867, S. 12), läßt sich also vernehmen: „Jesus hat wirklich existiert und war wahrscheinlich der Sohn Josefs. Er bekundete dem Volk die Wahrhaftigkeit seiner Sendung durch etliche Wunder und berief sich dabei auf die Propheten des Alten Testamentes als seine Verkündiger, vorzüglich und nachhaltend auf den milden, seiner Anschauung kongenialen Jesaia. wurde jedoch am allerwenigsten in seiner Heimat anerkannt, gewann dagegen sonst einen Anhängerkreis. Ganz besonders war ihm der Tempeldienst verhaßt und er wurde daher am meisten von den Priestern angefeindet. Er wußte auch recht gut und konnte es wissen, daß er ihren Verfolgungen auf die Länge nicht werde entgehen können. Um die Zeit des Passahs wurde von den Juden unerbitterlich nach dem strengen Rechte jener Zeit gegen Jesum als gegen einen Hochverräter verfahren und er an das Kreuz geschlagen." Heller nennt ihn dabei „den Heldenjüngling, der mehr und dauernder als Alexander von sich sagen konnte: „Ich habe die Welt besiegt," der.

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