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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-04-01 · Heft 4 (1.4.1902) · p. Seite 96

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 4 (1.4.1902)
Date
1902-04-01
Page
Seite 96 (sequence 26)
Language
German
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widmen, zu ihrem Oberhaupte wählte. Bon hier auf den Rabbinatssitz der Gemeinde Mattersdorf berufen, verhalf er dieser durch seine gigantische Persönlichkeit zu europäischem Rufe. Er hielt auch dort eine große Hochschule, die sich später, zur Zeit als R. Moses Sofer in Preßburg im Zenith seines Ruhmes stand, zu ungeahnter Höhe und Blüte entwickelte. In Preßburg war durch das Ableben des scharfsinnigen Gaon R. Meschulem Tißmenitz der Rabbinatssitz vakant geworden. Die verwaiste Gemeinde hielt nach einem ihrer würdigen Seelenhirten Umschau und beschloß, das Los über vier der berühmtesten Rabbiner entscheiden zu lassen; es gelangten in die Urne die Namen der dem Chaßam Sofer an Jahren weit überlegenen Rabbiner Baruch Frankel - Leipnik. R. Scholaum Charis Lakenbach, R- Akiba Eger-Posen, der nachmalige Schwiegervater des Moses Sofer und endlich auch dessen Name. Und dieser wurde aus der Urne gezogen und die Preßburger Gemeinde erwählte ihn mit ungewöhnlicher Begeisterung. Als er von seiner Wahl in Kenntnis gesetze wurde, verwahrte er sich anfangs dagegen mit dem Hinweise, daß er nicht würdig wäre, der Nachfolger eines so großen Mannes zu sein. Doch nahm er das Preßburger Oberrabbinat an und würde schon dadurch zur geistigen Führerschaft in Israel prädestiniert worden sein, wenn er eS auch nicht durch seine gewaltige Individualität gewesen wäre. Die Gehaltsklausel seines Rabbinatsbriefes dreht sich hauptsächlich um den Punkt der Erhaltungsfähigkeit einer bestimmten Anzahl von Jüngern seitens der Gemeinde. Die Anzahl der „Bachurim," die gleichzeitig zu seinen Füßen saßen, bewegte sich von 300—800; im ganzen dürfte er in Preßburg etwa 6000 Schüler gehabt haben. Solomon Rothschild, der zu seinen wärmsten Verehrern zählte, ließ ihm die Würde eines Landrabbiners anbieten, die er jedoch mit der Motivierung zurückwies, daß man nicht wissen könne, wer sein Nachfolger sein werde und man daher die Gesammtjudenheit des Landes nicht einem Einzelnen überantworten dürfe. — Das Budapest er Amtsblatt publiziert die Ernennung des Präsidenten der dortigen Waaren- und Effektenbörse, Siegmnnd Kornfeld, zum lebenslänglichen Mitgliede des Magnatenhauses. Kornfeld ist ein Neffe des Gelehrten Aron Kornfeld sel. A., der in Jenikau in Böhmen Branntweinhausbesitzer und einer der größten Talmudisten seiner Zeit war. — Das erste jüdische Waisenhaus in Italien ist in Flore«; aus dem Nachlasse der Iran Regina Attias errichtet und feierlich eingeweiht worden. Inhalt: Die jüdische Renaissance in Amerika. — Neujüdische Stimmen über Jesum Christum. — Urteile über Juden und Judentum bei griechischen und römischen Schriftsteller». — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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