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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-04-01 · Heft 4 (1.4.1902) · p. Seite 94

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 4 (1.4.1902)
Date
1902-04-01
Page
Seite 94 (sequence 24)
Language
German
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94 Vorsitzenden Professor Dr. Philippson geschlossen. — Die Verwaltung der israelitischen Knltnsgemeinde in München erläßt folgendes Rundschreiben: „Wie in anderen Gemeinden, wird auch hier in unserer Mitte oft der Wunsch zum Aus» druck gebracht, bei Begräbnissen von Blumenspenden Abstand nehmen zu wollen. In solchen Fällen wird nunmehr auf andere Weise Gelegenheit gegeben werden, in edler und sinniger Weise das Andenken des Entschlafenen zu ehren. Die Wohlthätigkeitskasse unserer Kultusgemeinde, welche berufen ist, Not zu lindern und Thränen zu trocknen, ist nämlich bereit, bei eintretendem Todesfälle statt der zugedachten Kranzspenden, niilde, freiwillige Gaben entgegenzunehmen und dafür stets in geeigneter Form den trauernden Hinterbliebenen zur Kenntnis zu bringen» wer das Andenken des Toten durch Wohlthätigkeit geehrt hat. Wir gestatten uns, hiermit von dieser Einrichtung Kenntnis zu nehmen." — In Frankfurt a. M. starb im Alter von 70 Jahren Herr Kommerzienrat Markus M. Goldschmidt. Er war ein durch hervorragende Eigenschaften des Geistes und Herzens ausgezeichneter Mann, nahm in der Geschäftswelt eine maßgebende, führende Stellung ein, und erfreute sich durch seine große Wohlthätigkeit und durch seine Teilnahme an künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen, die an ihm stets einen eifrigen Förderer fanden, der Hochschätzung in den weitesten Kreisen. Ehre seinem Andenken! — In Stadllengsfeld starb der großherzoglich sächsische Landrabbiner Dr. Moses Salzer im 61. Lebensjahre, nach fast 19 jähriger Wirksamkeit im Großherzogtum Sachsen-Weimar. Wie hoch angesehen der Verstorbene bei Hoch und Niedrig, Juden und Christen, den ihm unterstellten Vorständen und Lehrern, sowie seiner Vorgesetzten Behörde gewesen, hat die ungemein zahlreiche Beteiligung* bei seiner Bestattung erwiesen. — Auf Einladung eines provisorischen Komitees fand in Frankfurt a. M. die konstituierende Versammlung einer „Jüdisch - Litte' rarischen Gesellschaft" statt. Diese Gesellschaft hat sich zur Aufgabe gestellt, streng wissenschaftliche Bestrebungen zu fördern, die geeignet sind, die Erkenntnis der Wahrheit des überlieferten (?) Judentums zu vertiefen. — Die Jüdische Haushaltungsschule in Frankfurt a M. hat einen großen Fortschritt gemacht, sie wird demnächst in das ehemalige Geschäftshaus der Firma M. A. von Rothschild und Söhne, Fahrgasse 146, übersiedeln. Die jetzigen Eigentümer dieses Hauses, die Herren Baron Alphonse de Rothschild in Paris, Lord Rothschild in London und Freiherr Albert von Rothschild in Wien, hatten die große Güte, den größten Teil des genannten Hauses nebst Bodenraum und Keller auf 10 Jahre der Anstalt unentgeltlich zu überlassen. Den beengenden Verhältnissen einer Mietwohnung entrissen, geschützt vor Kündigung und Steigerung, kann sie sich ungestört entfalten und ihre wohlthätige Wirksamkeit stets weiteren Kreisen zu Teil werden lassen. Der Jahresbericht meldet: Von den 24 Zöglinge»«, welche im Laufe des Vereinsjahres unsere Kurse durchmachten, sind 18 in Stellung gegangen. Die Anstalt erhielt von den Hinterbliebenen des selige» Freiherrn Wilhelm Karl von Rothschild 2000 Mark

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