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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-03-01 · Heft 3 (1.3.1902) · p. Seite 66

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 3 (1.3.1902)
Date
1902-03-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
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Wo Frühlingskeimen Reiferem Sommertag weicht, Fuhr aus dem Himmel Vernichtend nieder Der zündende Strahl, Nahm Dich dahin und was Du gewesen, Was Du noch werdend versprachst . . - Und wir steh'n einsam und trauern, Trauern, Du Treuer, um dich. Wolfgang v. Gersdorff. Woses Kein Zude! Die Antisemiten haben eine doppelte Taktik. Entweder sie machen die Charaktere, die ihnen nicht genehm sind, zu Juden, oder sie bestreiten die Zugehörigkeit derjenigen Männer zum Judentum, deren Große sie bewundern. Ein Beispiel dafür bietet eine Schrift von Ingenieur W. Born „Moses kein Jude" (Berlin C-, H. Zitelmann). Der Mann erzählt, wie er eines Tages die fünf Bücher Moses mit auf Reisen nahm, um sie zu lesen. Zu seinem Erstaunen fand er ein „sozialpolitisches Meisterwerk" vor, „das nach oiehr als 3000 Jahren noch immer das glänzendste, unübertroffene Vorbild der besten Grundlagen des Staates liefert". Und er fährt fort: Trotz der Verbreitung von Millionen von Bibeln kennen wenige die gewaltige» Leistungen des großen Ägypters, den man allgemein für einen Ebräer hält!" . . . „Es erscheint als eine unabweisbare Pflicht unseres Unterrichtswesens, dem Volke, welchem man das allgemeine Wahlrecht gegeben hat, eine bessere Erkenntnis von den ewigen Grundlagen des bestgeordneten Staates zu geben und auf diese Weise der sozialen Verhetzung wirksamer entgegenzutreten, als es mit Polizei und,Staatsanwalt möglich ist." . . . „In diesem Sinne tritt Moses als der Mann der Praxis vor uns, als die Persönlichkeit, welche dem Arbeitleben des Volkes am nächsten steht. Er hat den siebente» Tag als Ruhetag geschaffen, eine Leistung, welche ihm den ersten Platz in der Reihe der Sozialreformatoren sichert. — Wenn wir auch seine in altägyptischen Zuständen begründete Ansicht, daß die Arbeit eine Strafe für den Sündenfall ist, nicht mehr anerkennen, weil wir die Arbeit für eine Notwendigkeit und eine Ehrensache halten, so sind seine Gesammtleistungen so hoch, daß sie maßgebend bleiben wird, solange es Menschen auf der Erde gibt." ...

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