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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-02-01 · Heft 2 (1.2.1902) · p. Seite 44

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 2 (1.2.1902)
Date
1902-02-01
Page
Seite 44 (sequence 20)
Language
German
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| Leiden verschieden ist, erfreute sich zahlreicher Sympathien. — Das Komitee der | Dr. Wort; Kappaport-Stiftung in Wien für Preisausschreibungen veröffentlicht, nachdem die im Jahre 1898 ausgeschriebene Preisfrage „Geschichte der jüdischen , Apologetik" keine Lösung gefunden hat, unter Erhöhung der Preissumme zum zweiten-; male dieses Thema. Als Preissumme für die beste Schrift werden nunmehr viertausend Kronen bestimmt. Diejenigen, welche um diesen Preis zu konkurriren beab- ' sichtigen, haben ihre Preisschrift bis längstens 31. Dezember 1903, mittags zwölf t Uhr, an das Sekretariat der israelitischen Kultusgemeinde Wien (I., Seitenstetten- " gaffe 4) ohne Namensfertigung, mit einem Motto versehen, einzusenden und in einem versiegelten Couvert, welches dasselbe Motto trägt, Name und Adresse anzugeben. Bemerkt wird, daß stiftbriefgemäß dem Autor das Recht des Eigentums bleibt und ' daß, falls der Autor die Publizirung der Preisschrift nicht selbst vornimmt, dem > Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde in Wien das Recht zusteht, auf Vor- ' schlag des Stiftungskomitees diese Publizirung zu veranlassen. Das Komitee der Dr. Moriz Rappaport-Stiftung veröffentlicht ferner die Ausschreibung folgender ' Preisfrage: „Geschichte des jüdischen Volksschulwesens in Österreich". Als Preissumme für die beste Schrift werden eintausendzweihundert Kronen bestimmt. Als Termin der Einlieferung, die an das Sekretariat der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu richten ist, wird der 31. Dezember 1093, mittags zwölf Uhr. angegeben- Die Preisschrift ist ohne Namensnennung mit einem Motto versehen und in einem Couvert, welches dasselbe Motto trägt, versiegelt einzusenden. — Unter der über« ‘ schrift: „Ein Ritualmord an einer Mumie" wird aus Salzburg berichtet: «Aus dem Friedhof im benachbarten Anis fanden Kinder ein Papierpacket, worin sich ein weiblicher Kopf, eine linke menschliche Hand und ein rechter Fuß, jeder dieser drei Teile für sich in grobe Sackleinwand gehüllt, befanden. Die Sackleinwand trug mehrfache Stempelabdrücke „v. Krakow»". Außerdem lag in dem Packet ein Stück Papier mit unlesbaren Schriftzügen. Die Nachricht von dem Funde verbreitete sich rasch und wurde von antisemitischer Seite zu einem Ritualmord aufgebauscht, wobei das „Salzb. Tagbl." behauptete, die unleserlichen Schriftzüge seien i- ' hebräische Schriftlettern gewesen. Die Münchener antisemitische Presse beeilte sich i »festzustellen", daß dieser Fall „große Ähnlichkeit mit der Konitzer Affäre besitze", f eine Bemerkung, die von der Wiener Ritualmord-Presse begierig aufgegriffen wurde, f Drei Tage nach der Auffindung des geheimnisvollen Packets meldete sich der in k Anis wohnende Rittmeister Sommer bei dem dortigen Gemeinde-Amte mit der An- | zeige, daß die gefundenen Körperteile von einer Mumie herrühren, die er besitze, f Da einzelne Teile der Mumie plötzlich in Verwesung überzngehen begannen, habe I er seinen Diener beauftragt, diese Teile zu verpacken und zu vergraben. Der Diener I, habe sich jedoch dieses Auftrages dadurch entledigt, daß er das Packet über die Friedhofsmauer warf, wo es dann von den Kindern gefunden worden sei. Der Salzburger Museums-Direktor Dr. Petter bestätigte nach Besichtigung der Glied-

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