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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-02-01 · Heft 2 (1.2.1902) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 2 (1.2.1902)
Date
1902-02-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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41 in das Vereinsregister eingetragen worden. Das erste Heft mit der reich illustrirten Abhandlung über „Zweck und Ziel der Gesellschaft" hat in allen Kreisen des Jnnnd Auslandes volle Anerkennung gefunden und dem überaus verdienstvollen Unternehmen erfreulicherweise viele Förderer und Freunde geworben, deren Zahl sicherlich durch das zweite Heit noch vermehrt werden wird. Das wäre deshalb doppelt erwünscht, damit die kostspieligen Veröffentlichungen in kürzeren Zwischenräumen veranstaltet werden können. Um schon jetzt einen regeren Verkehr mit den Mitgliedern herbeizuführen, hat der Vorstand mit Zustimmung des Zentral-Komitees beschlossen, neben den alljährlich erscheinenden illustrirten „Mitteilungen" in geeigneten Zwischenräumen (zunächst etwa 3—4 mal jährlich) ein „Notizblatt" heranszugeben und sämtlichen Mitgliedern zuzusenden. Dasselbe soll die geschäftlichen Anzeigen der Gesellschaft über den Mitgliederbestand und dessen Veränderungen, über die Sammlung und ihre Vermehrung, Sitzungsberichte und dergl. enthalten; durch einen Fragekasten zu Auskünften aller Art, die mit den Aufgaben der Gesellschaft zusammenhängen, anregeu, und die interessanteren Ergebnisse des mit Bezug auf die jüdische Denkmälerstatistik eingeleiteten Briefwechsels schon vor ihrer Verarbeitung in den „Mitteilungen" (Jahrbüchern) zur Kenntnis der Mitglieder bringen. Die erste Nummer des „Notizblattes" dürfte zu Anfang dieses Kalenderjahres ausgegeben werden. Den Vorstand der Gesellschaft bilden die Herren Charles L. Hallgarten» Rechtsanwalt I. Plotke nnd Georg Speyer i. F. Speyer, Elissen u. Co. (Schatzmeister). Die Mitgliedschaft wird durch die einmalige Leistung von 300 Mark oder durch einen Jahresbeitrag von 10 Mark erworben. — Über Kismarck und Kleichrober erzählt der frühere Botschafter Robert von Kendel in seinen Erinnerungen: M Zu den Personen, die Bismark näher standen, gehört schon damals (1864) Herr Gerson Bleichröder, Chef des Bankhauses S. Bleichröder, ein Mann von ungewöhnlichen Fähigkeiten. Sein Verstand war so lebendig wie durchdringend, sein Gedächtnis zuverläßig, sein Herz fest und treu. Das bei ihm deponirte Kapitalvermögen des Ministers gab ihm fast nichts zu thun, weil Spekulationen irgend welcher Art mit dessen Werten verboten waren; aber seine Stellung zu dem Pariser Hause Rothschild führte ihm mitunter einen politischen Auftrag zu. Die Frankfurter Familie Rothschild ist bekanntlich in Wien, Paris und London verzweigt; ihr Vertreter in Berlin aber war Bleichröder. Nun hatte der damalige Chef des Pariser Hauses, Baron James Rothschild, jederzeit freien Zutritt zum Kaiser Napoleon, der ihm nicht nur über Finanzfragen, sondern auch über Politik ein freies Wort zu gestatten pflegte. Dies bot die Möglichkeit, durch Bleichröder und Rothschild an den Kaiser Mitteilungen gelangen zu lassen, für welche der amtliche Weg nicht geeignet schien. In jenen Jahren hielt Bismarck für geboten, die Beziehungen zu dem mächtigen Monarchen mit allen verfügbaren Mitteln sorgfältig zu pflegen, und legte daher Wert darauf, auch diesen Weg vertraulicher Mitteilungen mitunter benutzen zu können. Durch mich sind derartige Aufträge nie vermittelt worden; doch erhielt ich i

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