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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-02-01 · Heft 2 (1.2.1902) · p. Seite 40

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 2 (1.2.1902)
Date
1902-02-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
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40 Wonatsschau. Frau Baronin Edmund von Rothschild-Paris hat in bewährt hochsinniger Ehrung ihres unvergeßlichen Vaters, des Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild, zur Errichtung einer jüdischen Lungenheilstätte im Taunus eine Million Mark gespendet und sich Vorbehalten, falls erforderlich, weitere Beträge hinzuznfügen. Des Ferneren hat sie im Verein mit ihrer gleich hochherzigen Mutter und ihrer Schwester den edlen Beschluß gefaßt, das in Frankfurt a M. auf der „Zeit" belegene Wohnhaus in ein für vierundzwanzig Insassinnen bestimmtes Frauenstift umzuwandeln, welches alleinstehenden Witwen und älteren Fräuleins gegen ein mäßiges Entgelt ein Heim bieten soll, in dem sie ruhig leben können und alle Annehmlichkeiten eines sorgenlosen Daseins finden werden. — Jüngstt wurde in Nürnberg durch eine Abordnung von Angehörigen der beiden städtischen Kollegien dem Kommerzienrat Ludwig Gerngros der Ehrenbürgerbrief überreicht. Der von den beiden Bürgermeistern, dem Vorstände des Gemeindekollegiums und dessen Sekretär Unterzeichnete Text lautet: „Magistrat und Gemeindekollegium der Stadt Nürnberg haben heute einstimmig beschlossen, dem Herrn Kommerzienrat Ludwig Gerngros dahier in dankbarer Anerkennung seiner zu Gunsten der Stadt Nürnberg stets an den Tag gelegten hochherzigen Gesinnung das Ehrenbürgerrecht zu verleihen und hierüber diese Urkunde auszufertigen. — Einer der Mitbegründer der Reformgeineinde, Herr Albert Wolffs in Berlin,, der erst vor Kurzem unter allgemeiner Teilnahme seine diamantene Hochzeit gefeiert hat, ist am 19. Dezember im Alter von 92 Jahren gestorben. Ehre seinem Anoenken! — Aus Potsdam schreibt uns Herr P. Kernhard: In Ihren Monatsblättnrn (1901) Seite 263 bringen Sie sehr interessante Inschriften des alten Friedhofes der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. und diese erinnern mich an einen Grabstein, welchen ich vor 40 Jahren, als Tourist, dort vorfand, und welcher einen überaus wehmütigen Eindruck auf mich und wahrscheinlich auch auf viele andere machte. Eine einfache Säule mit der Inschrift: „Unser Kind", als wollte sie zum Aufdruck bringen, Fremder was geht es dich an, welcher Name der Tote hat, wir Eltern und Angehörige bedürfen einer näheren Bezeichnung nicht Die künstlerisch ausgesührten Denkmäler auf dem Capo Santo Mailands haben mich lange nicht so ergriffen, wie das einfache Denkmal auf dem Frankfurter Friedhof und als ich einem vor 30 Jahren verstorbenen Bruder einen Grabstein auf den Schönhauser Friedhof in Berlin setzen ließ, ließ ich auf der Vorderseite „Unser Benno!" einmeißeln; falls auf dortigem Friedhofe noch die Grabsäule vorhanden ist, würde es wohl für manchen Ihrer Leser nicht uninteressant sein, wenn Sie darauf aufmerksam machten. — Die „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" in Frankfurt a. M., veröffentlicht das 2. Heft ihrer „Mitteilungen" welches in prächtiger Ausstattung einen instruktiven, mit 44 Abbildungen illustrirten Aufsatz des Herrn Dr. Frauberger, Direktor der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, über „Bau und Ausschmückung alter Synagogen" enthält. Wie der Vorstand mitteilt, ist die Gesellschaft beim Aintsgericht in Frankfurt a. M.

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