Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1902)
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 38 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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-:-3T7-j ins Meer gefallenen Ring ihr wieder zu schaffen. Als der Rabbi traurig am Meere betet kommt der dankbare Fisch geschwommen und verspricht Hilfe. Cr schwimmt hierauf zum Lewiathan und erzählt ihm alles, worauf der Lewiathan befiehlt, daß der Fisch welcher den Ring habe, ihn herausgebe. Dex Fisch schwimmt an dem Ufer wo der Rabbi wartet und speit ihn ans Land. Da kommt aber eben ein wildes Schwein herbei und verschlingt ihn- Wie deshalb der Rabbi jammert kommt jener Hund, den der Rabbi einst gespeist, lauft dem Schwein nach und zerreißt es. So bringt der Rabbi der Königin den Ring und sie geht mit ihm nach Israel und gefällt dort dem Könige gar sehr. Wie nun die Ältesten sahen, daß der Rabbi deshalb in großen Gnaden stand, erschlugen sie ihn heimlich aber die Königin bestrich ihn mit Paradieswasser und machte ihn wieder lebendig. Das wollte der König auch versuchen und ließ sich von einem Knechte töten. Da goß die Königin Höllenwasser auf ihn und er verbrannte zu Asche worauf die Königin zu den Ältesten sprach: Nun seht her, wäre der König nicht ein gottloser Mensch gewesen, so wäre er auch wieder lebendig geworden. So wird der Rabbi König und Gemahl der Königin. Kin Stimmungsbild aus Amerika. Nichts wird unter uns Juden so vernachläßigt wie das Judentum. Wir sind freigebig, wohlthätig, luxus- und vergnügungssüchtig; wir unterstützen die Kunst und die Künstler mit offener Hand, wir spenden sehr viel Geld in Almosen, bauen und erhalten sehr viele große und reichlich ausgestattete Spitäler, Waisenhäuser, Zufluchtsstätten für Alte und Hülflose. Mehr als irgend eine andere Glaubensgenossenschaft unterstützen wir die Armen und jede öffentliche Anstalt fürs allgemeine Wohl, nur das Judentum nicht. Viele von unfern großen und manche von unsern kleineren Tempeln kämpfen mit einer schweren Schuldenlast, so daß die Gemeinden ihre Mitglieder so schwer besteuern, daß der arme Mann darauf verzichten muß, ein Mitglied zu werden und bei den hohen Festen im Tempel Einlaß zu finden, weil die Verwaltung gezwungen ist, an den Feiertagen aus den Sitzen so viel Geld herauszuschlagen, um die fälligen Interessen abzahlen zu können. Die Gemeinde ist die ärmste Anstalt im Judentum; doch hört man nie, daß jemand einer jüdischen Gemeinde einen Dollar überträgt oder vermacht, auch nicht von solchen Wohlthätern, die bedeutende Summen zu wohlthätigen Zwecken hinterlassen, aber keinen Deut für die Religionsgemeinde. Das Judentum wird vernachläßigt bei den auf dem Lande zerstreut wohnenden Juden. Es denkt kein Mensch daran, diese und ihre Kinder dem Judentum zu erhalten. Wir haben keine Missionare, nicht einmal für unsere eigenen Glaubens-