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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-02-01 · Heft 2 (1.2.1902) · p. Seite 37

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 2 (1.2.1902)
Date
1902-02-01
Page
Seite 37 (sequence 13)
Language
German
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— 37 — Tristan und Zsotde und das „Maaschebuch". Es ist äußerst interessant, daß die der Wagner'schen Oper „Tristan und Isolde" zu Grunde liegende Sage mit einer im „Maaschebuch" einem jüdisch deutschen Volksbuch sich findenden, in innigster Verbindung steht. In der Sage, die der Oper zu Grunde liegt, wird nänilich ein Jüngling von einem alten König ausgesandt, eine Jungfrau mit dem goldenen Haare zu suchen und für ihn um sie zu werben. Der Jüngling findet sie, wirbt für den König und nachdem er erst mehrere ihm gestellte Aufgaben gelöst hat, folgt ihm die Jungfrau zu seinem Herrn. Dort angelangt wird der Jüngling getötet, von der Schönen aber durch ein Wasser Neu belebt. Der König will das auch versuchen und läßt sich töten; die Königin belebte ihn aber nicht wieder, sondern vermählt sich mit dem Jüngling. Die älteste und ausführlichste Erzählung dieses Märchens von der goldhaarigen Jungfrau und den Wassern des Lebens und des Todes findet sich im „Maaschebuch", (Kap. 193) und zwar in folgender Fassung: Einem gottlosen König von Israel reden die Ältesten ein Weib zu ^nehmen, damit er fromm werde. Der König bestellte sie um ih^e w/ Antwort zu erteilen über acht Tage wieder und als sie sich einfanden kam ein; großer Vogel geflogen mit einem Haare im Schnabel, das wie Gold aussah, so lange wie der König war, und warf es auf des Königs Schulter. Da Hub der König das Haar auf und erklärte den Ältesten er wolle kein anderes Weib nehmen j als die, von welcher das Haar gewesen wäre, und wenn sie ihm die nicht brächten | würde er sie alle umbringen lassen. Nun lebte damals der Rabbi Chanina, der j 70 Sprachen und die Sprache der Tiere verstand, der beim Könige in großen ,| großen Gnaden war, weshalb ihm ein Teil der Ältesten Feind gewesen. Diese | gaben dem Könige an, er solle dem Rabbi den Auftrag geben, der könne eS zu | Wege bringen. Der Rabbi erhält den Auftrag und macht sich mit 12 Gulden und | drei Laiben Brodes auf. Unterwegs teilt er einem Raben und einem Hunde von 4 seinem Brode aus und läßt einen eben gefangenen großen Fisch, den er zwei Fischern 1 für die 12 Gulden abgekauft, wieder ins Wasser. Er kommt endlich an die Stadt | der Königin, welcher jener Vogel als sie sich einmal im Garten gewaschen, ein Haar ausgerupft hatte, und trägt ihr des Königs Werbung vor. Sie erklärt sich J bereit mit ihm zu gehen, wenn er ihr vorher zweierlei zuwege bringe. Zuerst solle \ er Wasser aus dem Paradiese und Wasser aus der Hölle schöpfen. Wie der Rabbi j daselbst ratlos zu Gott betet kommt jener Rabe, den er vom Hungertod errettet 1 und redet ihn an und läßt sich zwei Krüglein an die Flügel hängen. Darauf fliegt er in die Hölle und füllt das eine und von großer Hitze verbrannten seine \ Federn, rasch fliegt er zum Bach, der aus dem Paradies fließt und füllt das J andere Krüglein, da waren seine Federn wie zuvor. Er brachte dem Rabbi die Krüge und dieser bringt sie der Königin, welche die Wirkung der Wasser an ihrer Hand erprobt. Hernach trug ihm die Königin als die zweite Bedingung auf, einen

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