Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1902)
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 34 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Aktionskomitee zählt über 50 Mitglieder mit Dr. Herzl. als Vorsitzenden. Die Vertreter für Deutschland sind Dr. Bodenheimer-Köln und Dr. Rülf-Bonn. Hierauf wurden die Anträge betreffend die Subvention der jüdischen Nationalbibliothek und die Herausgabe einer jüdischen Encyclopätie angenommen. Ein Aundschreiben des liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde in Köln. Unsere Synagogen-Gemeinde steht am Wendepunkt, den Charakter einer Großgemeinde anzulegen. In der letzten gemeinsamen Sitzung des Vorstands- und Repräsentanten-Kollegiums am 28. November stand wiederum die Einführung der Orgel in die zweite neue Synagoge auf der Tagesordnung. Unsere Gemeinde, die fast 10,000 Seelen zählt, kann unmöglich durch den alten Kultus allen Gemeinde- Mitgliedern volle religiöse Befriedigung gewähren. Man mag darüber klagen und es bedauern, daß man die hebräischen Gebete nicht mehr versteht und der Synagogenbesucher einer äußeren Anregung bedarf; eine vernünftige, ihre Zeit verstehende und die unabweisbaren Bedürfnisse der Zeit erkennende Verwaltung der Gemeinde darf ihr Auge vor den realen Thatsachen nicht verschließen und muß unbedingt die dem kulturellen und synagogalen Leben fernstehenden Gemeindemitglieder heranziehen, damit sie sich nicht gänzlich dem Judentum entfremden oder es schließlich verlassen. So lange in Köln nur eine Synagoge war, ruhte die Orgelfrage, weil man mit Recht diejenigen, die den alten Ritus beibehalten wollten, nicht aus dem Gotteshaus verdrängen wollte; mit der Vollendung des zweiten Gotteshauses ist die Gelegenheit geboten, alle religiösen Ansprüche für Kultus und Andacht zu befriedigen, denn das bisherige schöne, s. Z. von Baron Abraham von Oppenheim der Gemeinde geschenkte Gotteshaus ist bei weitem viel zu groß für diejenigen, die ohne Musikbegleitung beten wollen. Es ist ein Akt der Gerechtigkeit und eine unabweisbare Pflicht der Genieinde Verwaltung, für alle Gemeinde-Mitglieder, wie das in andern Großgemeinden der Fall ist, zu sorgen. Wie erwähnt, fand jene gemeinsame Sitzung am 28. November statt. Der Vorstand hatte früher in einer Sitzung in seiner Majorität die Einführung der Orgel besprochen, welchen Beschluß er am 28. Nov. wiederholte, »veil, wie es das Statut vorschreibt, die Ansicht des Rabbinats einzuholen war. Das Rabbinat »var getheilter Ansicht, ablehnend und zustimmend. Die Ansicht desselben blieb ohne jeden Einfluß auf die Abstimmung, da soivohl die Mitglieder des Vorstandes, »vie die der Repräsentanz mit einem fait accompü in die Beratung eintraten. In der Repräsentanten-Sitzung platzten die Geister aufeinander. Da die Statuten für Kultusänderungen 2/s Majorität erfordern, so fiel