Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1902)
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 33 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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33 y -^7 * *%»“**;« •, * y- - 33 Fond das Recht einer juristischen Persönlichkeit geschaffen werden soll. Diese juristische Frage wird an eine besondere Kommission gewiesen. Sodann wird dem Aktions-Komitee empfohlen, die Schaffung der juristischen Person für den National- Fvnd im Kanton.Baselstadt zu erwirken. Dem englischen Schriftsteller Zangwill blieben die Ehren der letzten Nachsitzung Vorbehalten; er hat noch einmal die Begeisterung hell auflodern lassen, aber seine Ansprache enthielt etwas mehr Temperament und beißenden Witz, als vielleicht der von ihm vertretenen Sache zuträglich war. Er verglich die Bestrebungen des Zionismus mit dem Versuchen, die von Hirsch und Rothschild zur Kolonisation des jüdischen Volkes angeregt und mit ihrem Gelde durchgcführt worden sind. An den Vollstreckern des Testamentes von Baron Hirsch übte er scharfe Kritik, ebenso auch an den letzwilligen Bestimmungen selbst, die zur Quelle großer Unsicherheit wurden. Der Zionismus, meinte er, habe ein klares Ziel, die Hirsch'schen Millionen keines. „Ich fordere den Kongreß auf, nicht auseinander zu gehen, ohne gegen die Haltung solcher Juden zu protestiren, die verhungern lassen und vernachläßigen, wo sie nähren und pflegen könnten. Ich beantrage, daß dieser Kongreß das Vorgehen der Testamentsvollstrecker des Barons Hirsch öffentlich verurteile." Der Vortrag erntete oft stürmische Heiterkeit und rauschenden Beifall- Aber Dr. Herzl schlug vor, über den Antrag Zangwill nicht abzustimmen, damit keine unnötige Schärfung entstehe, und bei diesem Vorschlag blieb es. Nach dem Bericht des Direktoriums der Kolonialbank (Präsident D. Wvlfsi sohn) sind bis zum 30. November v. Jahres im Ganzen 352,112 Aktien zu ein Pfund Sterling gezeichnet worden. Davon sind bis jetzt 222,116 voll cinbezahlt. Die Gesammtzahl der Aktionäre beträgt 126,000. Bei der Beschlußfassung über die Bank einigte man sich schließlich auf folgenden Antrag: „Das Aktionskomitee wird aufgefordert, sich mit dem Direktorium der Bank dahin zu verständigen, daß aus den verfallenen Anzahlungsgeldern ein Teilbetrag dem Aktionskomitee zur Verfügung zu halten sei, behufs Beschleunigung der vorbereitenden Schritte jur Erlangung von Konzessionen für die Bank vorbehaltlich der Genehmigung durch die Generalversammlung." In Palästina soll eine Geschäftsstelle mit einem Kapital bis zu 400,000 Frs. errichtet werden, die sich bis zur Erreichung richtiger Bedingungen nicht mit Kolonisations-, sondern mit Handels- und Bankgeschäften befassen soll. Auch wird dem Aktionskomitee empfohlen, in Rußland eine gesetzlich genehmigte Filiale zu gründen. Im übrigen wurde der Bankbericht genehmigt. In der Schlußsitzung des Kongreßes kam es nur zu einer kleinen Demonstration. Angesichts der vorgerückten Zeit und der großen Zahl gemeldeter Redner nahm der Präsident Dr. Herzl die Wahl des Aktionskomitees vor Beendigung der Debatte über die Kulturanträge vor. Hierauf verließen Buber (Wien) und Genoffen demonstrativ den Saal. Der Sitz des engeren Komitees bleibt Wien. Das große